Eine Königshalle für den Herren: die Basilika
8. Februar 2007Nachdem das Christentum offiziell zugelassen war (313 n.Chr.) und wenige Jahre später sogar zur ausschließlichen Staatsreligion wurde, brauchten die Christen für ihre Gemeindeversammlungen geeignete Räume. Da die Römer keine solchen Gemeindeversammlungen kannten, konnten ihre Bauten nicht als Vorbilder dienen. Doch auch die Römer versammelten sich, so zu Markttagen. Für solche Versammlungen gab es einen eigenen Gebäudetyp: die Basilika. In Rom stehen heute noch die beeindruckende Reste der Maxentiusbasilika, welche um 310 gebaut wurde und die größte Basilika Roms überhaupt war.
Das Wort Basilika kommt aus dem Griechischen. Es bedeutet „Königshalle“. Die Griechen allerdings haben nie Basiliken gebaut. Erst mit den Römern, die auch Griechenland besetzt hatten, hielt dieser Bautypus Einzug.
Doch was ist eine Basilika? Grob gesagt ist es ein länglicher Bau, der im Innern durch zwei Säulen- oder Pfeilerreihen in drei Längsbauteile geteilt wird. Dabei ist der mittlere Bauteile höher als die beiden seitlichen. In den Wänden des Mittelteils, die über die Seitenteile hinausragen, befinden sich Fenster. Das ist im Großen und Ganzen das Muster, welches auch schon die Römer kannten. Allerdings verwendeten die Römer die Basilika quer. Eine der langen Seitenwände war also die zentrale Stirnwand. In der schon erwähnten Maxentiusbasilika beispielsweise stand dort eine monumentale Statue des Kaiser Konstantins I. Die Christen drehten die Ausrichtung für ihre Zwecke um 90°.
Die Basilika war über die Jahrhunderte die am häufigsten verwandte Grundbauform im Kirchenbau. Hier werden der höhere Mittelteil Mittelschiff und die beiden seitlichen Teile Seitenschiffe genannt. Später kamen auch Basiliken mit noch mehr Seitenschiffen hinzu. Bis zu sechs konnten gezählt werden. Auch gibt es Kirchen, die eine ungrade Zahl an Seitenschiffen haben. Übrigens: den Wandanteil des Mittelschiffes, welcher die Seitenschiffe überragt und in der Regel mit Fenstern durchbrochen ist, nennt man ‚Obergaden’.
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