Mittelalter in Berlin: die Marienkirche

Unter den deutschen Städten ist Berlin ein Parvenü, ein Emporkömmling. Die älteste erhaltene Urkunde, in der die Stadt erwähnt wird, nennt das Jahr 1237. Nichtsdestotrotz hat auch Berlin eine mittelalterliche Vergangenheit und es gibt noch Spuren von ihr zu entdecken. Eines der besten Beispiele ist die Marienkirche unter dem Fernsehturm in der Nähe des Alexanderplatzes. Um 1250 beginnt die Baugeschichte der Kirche, die als Pfarrkirche der Berliner Neustadt errichtet wurde. Vom Typ her ist die Kirche eine dreischiffige Hallenkirche. Im 15. Jahrhundert wurde der Bau nach Westen erweitert. Zur der Zeit erhielt das Gebäude auch seinen Turm. Während des Barocks wurde die Marienkirche im Stil der Zeit ausgestattet. Die Turmhaube stammt von Andreas Schlüter und ist mit seinen gotisierenden Formen ein frühes Beispiel für den Historismus.

Bemerkenswertestes Kunstwerk der Marienkirche ist ein Totentanz, ein 2 m hohes und 22,60 m breites Gemälde in der Turmhalle, das vermutlich um das Jahr 1488 gemalt wurde und somit einer der ältesten seiner Art ist. Im Innern der Kirche finden sich viele Beispiele für die protestantische Ikonografie der ersten Jahre nach der Reformation und eine prachtvolle barocke Kanzel (1701), ebenfalls von Andreas Schlüter geschaffen.

Besonders sehenswert:

  • Totentanz-Gemälde in der Turmhalle
  • Kanzel von Andreas Schlüter
  • Beispiele protestantischer Ikonografie

www.marienkirche-berlin.de

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