Armes Süditalien, so reich an Geschichte

14. Februar 2007

Zuerst kamen die Indogermanen, dann die Griechen, die Römer und die Langobarden. Von den Langobarden nahmen sich die Sarazenen Sizilien. Die wiederum wurden von den Normannen verdrängt. Es folgten die Staufer, die Anjou, die Spanier und die Bourbonen. Schließlich kam Garibaldi und das vereinigte Italien.

Auch das Mezzogiorno wurde schon als eines der Armenhäuser Europas bezeichnet. Dabei sind nur wenige Landstriche Europas so reich an Geschichte und Geschichten. Unzählige Völker und Dynastien haben sich in Süditalien über 2 1/2 Jahrtausende die Klinke in die Hand gegeben - oder besser: aus der Hand gerissen und haben ihre Denkmäler hinterlassen. Wir sehen griechische Tempel, normannische Kirchen und staufische Kastelle. In Süditalien wehrte das Abendland das Morgenland ab und schuf der Kaiser, der mehr Italiener war als Deutscher, Federico Secondo (Friedrich II.), den Vorläufer des modernen Verwaltungsstaates, der maßgeblich die Renaissance beeinflusste. Insgesamt Grund genug, ‚beide Sizilien’ zu bereisen, wie es vor uns schon viele Gelehrte, so auch Johann Wolfgang Goethe, taten.

In seinem Anfang der 60iger Jahre erschienen Buch “Süditalien - Bild und Schicksal” nimmt uns Gustav Faber mit auf eine Reise um Absatz und Spitze des italienischen Stiefels. Faber schilder von bedeutenden Schlachten und ihren Orten, er forscht dem Anlitz Friedrich II. nach, er erzählt von griechischen Philosophen, normannischen Königen und wie der Erzengel Michael über Süditalien nach Europa kam.

Das Buch von Gustav Faber ist im besten Sinne ‘old-fashioned’. Es ist ein Reiseführer ohne Bilder, der alleine durch seine Bildung und seine Sprache unterhält und sei allen empfohlen, die mehr von Europa und Italien verstehen möchten.

Das Buch ist nur antiquarisch zu beziehen:
Faber, Gustav: Süditalien - Bild und Schicksal. Lizenzausgabe des Verlages Carl Ed. Schünemann. 548 S. Leinen. Schutzumschlag. Sammlung Dietrich.

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