St. Denis gilt als Geburtsort einer Kunstepoche: der Gotik. Der Einbau eines Kreuzrippengewölbes im Chorumgang ermöglichte einen völlig anderen Raumeindruck, der nicht mehr romanisch-schwer, sondern lichter und leichter wirkt. Durch das neue Konstruktionsprinzip konnte auf viele schwere Mauern verzichtet werden, wodurch größere Fenster eingebaut werden konnten. Auftraggeber dieser revolutionären Neuerung war der Abt Suger, eine bedeutende Geistesgröße seiner Zeit. 1140 gilt als Geburtsjahr des neuen Stils.
Saint Denis ist einem der französischen Nationalheiligen geweiht, der in Deutschland als ‚hl. Dionysius’ bekannt ist und zu den vierzehn Nothelfern zählt. Angeblich trug der Heilige nach seiner Enthauptung sein Haupt bis zu der Stelle, an der daraufhin die Abteikirche gebaut wurde und die auch sein Grab birgt.
Die Abteikirche ist nicht nur ein wichtiges Denkmal der Gotik, sondern auch die Grablege der Mehrzahl der französischen Könige, die zwischen 511 und 1824 hier beigesetzt wurden. Unter ihnen befinden sich so berühmte Herrscher wie Karl Martell, Philipp IV. der Schöne und der ‚Sonnenkönig’ Ludwig XIV:, sowie der anlässlich der französischen Revolution enthauptete Ludwig XVI. und dessen sein Schicksal teilende Frau Marie-Antoinette.
Besonders sehenswert:
- Chorumgang als früheste Gotik
- Grablege der französischen Könige
