Der Grund wird gelegt: karolingische Architektur

Für den karolingischen Kirchenbau waren oft frühchristliche Säulenbasiliken wie Alt-St.Peter in Rom, aber auch Zentralbauten byzantinischen Ursprungs Vorbilder, so zum Beispiel San Vitale in Ravenna. So folgte der karolingische Bau der Ratgar-Basilika in Fulda (791 – 819) dem Alt-St. Peter und die Aachener Pfalzkapelle (um 800) dem Vorbild aus Ravenna. Die Kirche in Fulda steht nicht mehr. An ihrer Stelle erhebt sich heute der Dom als barocker Nachfolgebau.

Einhardsbasilika bei MichelstadtErhalten haben sich in Deutschland nur einige kleinere Kirchen, wie die Einhardsbasilika in Steinbach. Häufigster Typ wird die einfache Saalkirche gewesen sein, wie viele ergrabene Reste vermuten lassen.

Trotz allem haben auch die Karolingischen Baumeister ihre eigenen Spuren hinterlassen und einige Neuerungen eingeführt:

  • so wurde das Querhaus einbezogen,
  • die Ringkrypta erweitert,
  • es wurde der Chorumgang mit Kapellenkranz erfunden, was maßgeblich für die weitere Entwicklung in den ostfränkischen Gebieten (vulgo: Frankreich) wurde,
  • der Westteil der Kirche bekam oft einen Westchor oder ein Westwerk (z.B. in Corvey – erbaut zwischen 873 und 885 – burgartig erhalten geblieben) und
  • den Bauten wurden hin und wieder Vierungs- und Treppentürme hinzugefügt.

Torhalle Kloster LorschEines der besterhaltenen Beispiele karolingischer Baukunst in Deutschland ist die Torhalle des Klosters Lorsch. An diesem wunderschönen Gebäude lässt sich auch die Art und Weise der Fassadendekoration dieser Zeit erkennen.

Wesentlich für die Entwicklung der abendländischen Mönchsklöster war der um 820 angefertigte Klosterplan von St. Gallen. Das hochabstrakt abgebildete Modellkloster, dargestellt als Grundriss, wurde grundlegend für viele Bauten der nachfolgenden Jahrhunderte.

Bildnachweis: 12

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