Nur in wenigen Fällen kann eine Kunstepoche so eng mit nur einem Namen verbunden werden, wie die Karolingische Kunst. Dominierte Karl der Große zu seiner Zeit halb Europa, so dominierten er und seine Zeit auch die Kunst. Im Allgemeinen wird die Zeit der karolingischen Kunstepoche in den Jahren 750 bis 900 n.Chr. gesehen. Karl der Große lebte zwar nur von wahrscheinlich 749 bis sicher 814, doch gilt die Zeit seiner Erben kunsthistorisch schon als eine Zeit des Niederganges.
Karl der Große herrschte über ein Reich, welches aus großen Teil des heutigen Frankreichs, Belgiens und des südwestlichen Deutschlands bestand. Hinzu kam 774 das unterworfene Langobardenreich in Norditalien.
Bestimmend für Karl den Großen und somit auch für die Kunst, war Karls Bemühen, das Imperium Romanum wieder herzustellen, mit sich als Kaiser an der Spitze. Dies gelang ihm 800, als Papst Leo III. in Rom feierlich den fränkischen Herrscher zum römischen Kaiser krönte. Karl der Große sah sich hinfort als legitimen Erben der römischen Kaiser. So orientierte sich auch die Kunst am antiken, vor allem am römischen Erbe.
Karl der Große förderte in großem Umfang die Künste, da er durch sie eine Stärkung seiner “renovatio” des römischen Reiches erhoffte. So wurde die karolingische Epoche auch eine Zeit einer umfangreichen Bautätigkeit, wobei Steinbauten nur als Sakralbauten und als Adelssitze entstanden. Alleine 400 Klöster wurden während der karolingischen Epoche gebaut.
Stilistisch orientiert sich die karolingische Kunst, die in Frankreich “Style Charlemagne” genannt wird, an angelsächsischen Formelementen, aber auch an antiken und frühchristlichen Vorbildern.
Bekannt ist die karolingische Kunst heute vor allem durch seine Architektur wie die Pfalzkirche in Aachen, die hohe Buchmalkunst und auch Elfenbeinschnitzereien.
Karolingische Architektur
Karolingische Malerei
Karolingische Skulptur
