Experimente mit Großskulpturen: ottonische Bildhauerkunst

24. Februar 2007

Da es keine Traditionen bei großen Skulpturen gab, war die Ottonik in diesem Fach eine Periode des Experimentes. Vieles war möglich. Eine der großartigsten Skulpturen ist das Gerokreuz im Kölner Dom. Diese überlebensgroße Darstellung wurde um 960 angefertigt und ist ein herausragendes Beispiel für die künstlerische Kraft der Ottonik. Gerokreuz (Strahlenkranz von 1683)Der gekreuzigte Christus wird hier im Zeitpunkt seines Todes dargestellt, dem Moment der Erlösung. Im anzusehen sind die Qualen, die er erlitten hat. Das Gerokreuz hat nichts mehr vom triumphierenden Christus byzantinischer Tradition, der den Betrachter offenen Auges und als Weltenherrscher anblickt. Der gebrochene Heiland des Gerokreuzes sollte stilbildend für alle nachfolgenden Epochen werden, auch wenn der triumphierende Christus noch oft dargestellt werden sollte.. Ein weiteres Meisterwerk ottonischer Bildhauerkunst ist die Goldene Madonna (um 980) des Essener Kunstschatzes, welche als älteste bestehende Marienskulptur gilt.

Von einzigartiger Schönheit ist auch die berühmten bronzenen Bernwards-Türen (1015), die einst für St. Michaelis geschaffen wurden, heute aber im Dom zu Hildesheim aufbewahrt werden. Hier gelang es dem Künstler Szenen aus dem Alten Testament und dem Neuen Testament mit großer emotionaler Eindringlichkeit zu schaffen. In der folgenden romanischen Epoche, während die Salier regierten, wurden die Darstellungen wieder starrer.

Bildnachweis: 1

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