Gebärden, Blicke, Bewegungen: ottonische Malerei
24. Februar 2007Anno, Eburnant, Ruodprecht, Kerald, Herbert und der beste von allen: Liuther. Sie allen waren Buchmaler der vorletzten Jahrtausendwende, die ihre Werke namentlich kennzeichneten. Besonders diese Kunstform erlebte in der Ottonik eine große Blüte. Im Gegensatz zur vorangegangen karolingischen Epoche, wurden die Darstellungen nun schematischer, aber auch vergeistigter. Geste und Gebärden entwickelten sich als zentrales Stilmittel für die Bildaussage. Auf Ornamente wurde ganz verzichtet. </p>
Zahlreiche Prachtbände, die in kaiserlichem oder bischöflichem Auftrag entstanden, bis in die Gegenwart erhalten. Die Buchmalerschule auf der Bodenseeinsel Reichenau war die berühmteste. Nur rund 50 Jahre, von 980 bis 1030 währte die große Epoche der Reichenauer Buchmaler. Eines der schönsten Beispiele ist der von Kerald gemalte Codex Egberti, welcher zwischen 980 und 993 auf Reichenau entstand und heute in Trier aufbewahrt wird.