Monatsarchiv für Februar 2007

Ausdruck einer Renaissance: karolingische Malerei

Donnerstag, den 22. Februar 2007

In Gemäldegalerien hängen heute Unmengen an Ölgemälden, manche kunstvoll, viele weniger. So ist es beinahe undenkbar, dass an Malerei aus der karolingischen Epoche nur einige wenige Wandmalereien und Buchillustrationen überliefert sind. Andere Bildträger gab es entweder nicht, oder habe sich nicht erhalten.

Evangelisten, Aachener Liuthar EvangeliarBesonders die Malerei der Zeit Karls des Großen und seiner Nachfolger verdeutlichet, warum die Epoche auch als ‚Karolingische Renaissance’ bezeichnet wird. Die gemalten Figuren atmen klar den Geist der Antike, und das nicht nur, weil die Gestalten oft in Togen gehüllt dargestellt werden. Sie zeigen Bewegung und körperliche Fülle. Oft werden die Figuren auch in einer sie umgebenden Landschaft gezeigt und gelegentlich finden sich Architekturdarstellungen antiker, oder besser: antik aussehender Gebäudeteile.

Die Rückbesinnung auf antike Traditionen bedeutete aber auch, dass zunehmend auf die in vorkarolingischer Zeit beliebte germanisch-keltische Ornamentik zugunsten römischer Dekorationsformen verzichtet wurde.

Alles in Allem ist es schwer den karolingischen Buchmalern einen besonderen Stil zuzuschreiben. Es war eine Zeit des Ausprobierens, in der noch viele Darstellungsweisen möglich waren.

Bildnachweis: 1

Wenig großes, viel feines: karolingische Bildhauerei

Donnerstag, den 22. Februar 2007

Für das bildhauerische Werk sind nur wenige Beispiele überliefert. Besonders an Großskulpturen mangelt es. Umso reichhaltiger sind die erhaltenen Kleinskulpturen, wie die berühmte Reiterstatuette Karls des Großen (heute im Pariser Louvre), die ihm besonders ähnlich sehen soll. So trägt die Reiterfigur hier einen fränkischen Schnauzbart. Erhalten blieben auch zahlreiche Elfenbeinschnitzereien, geschnitzte Bucheinbände und Reliquiare.

Hoch entwickelt war zumindest im Aachener Raum die Schmiedekunst. Das bronzene Domportal und die Geländer in der Pfalzkapelle sind meisterlich gegossene Werke. Als ein Beispiel für die Goldschmiedekunst soll der Tassilokelche (um 860, heute Stift Kremsmünster) genannt sein.

Erben der Römer: die karolingische Kunst

Donnerstag, den 22. Februar 2007

<p class=”MsoNormal”>Nur in wenigen Fällen kann eine Kunstepoche so eng mit nur einem Namen verbunden werden, wie die Karolingische Kunst. Dominierte Karl der Große zu seiner Zeit halb Europa, so dominierten er und seine Zeit auch die Kunst. Im Allgemeinen wird die Zeit der karolingischen Kunstepoche in den Jahren 750 bis 900 n.Chr. gesehen. Karl der Große lebte zwar nur von wahrscheinlich 749 bis sicher 814, doch gilt die Zeit seiner Erben kunsthistorisch schon als eine Zeit des Niederganges.</p>
Bestimmend für Karl den Großen und somit auch für die Kunst, war Karls Bemühen, das Imperium Romanum wieder herzustelle, mit sich als Kaiser an der Spitze. Dies gelang ihm 800, als Papst Leo III. in Rom feierlich den fränkischen Herrscher zum römischen Kaiser krönte. Karl der Große sah sich hinfort als legitimen Erben der römischen Kaiser. So orientierte sich auch die Kunst am antiken, vor allem am römischen Erbe.

Kindheit und Jugend Christi in der Kunst

Mittwoch, den 21. Februar 2007

Jesus von Nazareth ist der Messias. Er ist gekommen, um das in den heiligen Schriften der Juden verkündete Königtum Israels wieder herzustellen. Dazu muss seine Abstammung auf David (und von dort auf Abraham) zurückführbar sein. Das Neue Testament kennt zwei Darstellungen in den Evangelien: bei Matthäus (Kapitel 1, Verse 1 – 17) und bei Lukas (Kapitel 3, Verse 23 – 28). Die beiden Reihenfolgen sind nicht ganz identisch, was in mittelalterlichen Auslegungen Probleme verursachte.

In der Ikonografie wird die Herkunft Jesu als ‚Wurzel Jesse’ dargestellt. Jesse (oder Isai) wird als der Vater des biblischen Königs David genannt. Zumeist liegt Jesse schlafend während der Stammbaum aus seinem Leib wächst. In den Schlingen der Äste oder auf den Ästen werden die Vorfahren Jesu abgebildet.

In den Evangelien ist die Geburt Jesu kaum ein Thema. Im Lukas-Evangelium wird nur erwähnt, dass Maria Jesus in eine Krippe legte, da in einer Herberge kein Platz war. (‚Weihnachtsgeschichte’ bei Lukas: Kapitel s, Verse 1 bis 20). Diese etwas knappe Beschreibung wurde im Laufe der Zeit von den Künstlern immer weiter ausgeschmückt. So kam zu Beginn des 10. Jahrhunderts der Stall ins Bild, zu Beginn nur klein, ab dem 13. Jahrhundert mit immer mehr Ausschmückungen bis der Abbildungstypus entstand, den wir auch heute noch kennen: komplett mit Esel und Kuh, die Legenden zufolge das Jesus-Kindlein mit ihrem Hauch wärmten.

Die Hirten tauchten zunächst nur klein und am Rande auf. Später entwickelte sich die Szene zusammen mit der Anbetung durch die Hirten zu einem Gegenbild zu der Anbetung durch die heiligen drei Könige. Volk und Herrsche in der Anbetung vereint.

Darbringung im TempelSelten kann man die Beschneidung in einem Zyklus zum Leben Christi sehen. Bekanntlich wurden und werden alle männlichen Juden als Kinder beschnitten, so auch Jesus. Häufiger findet sich die Darbringung im Tempel genannt Szene. Auch dieser Ritus war üblich. Entscheidender Moment ist dann, dass der Hohepriester das Kind sieht und darauf hin mit den Worten zitiert wird: „Herr, nun läßest du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben den Herren gesehen.“ (Lukas, Kapitel 2, Vers 29.) Ab dem 15. Jahrhundert wurde dieses Bild oft durch kerzentragenden Kinder ergänzt, die die Kerzenweihe und eine Lichterprozession symbolisieren. Daraus entstand das Fest Mariä Lichtmess, welches die Katholiken bald nach Weihnachten, nämlich genau 40 Tage später, feiern. 40 Tage war laut Überlieferung die Wöchnerin unrein und durfte nicht aus dem Haus. Der Gang in den Tempel diente dazu, ein Reinigungsopfer darzubringen. Mit Mariä Lichtmess endet übrigens – zumindest bei den Katholiken - offiziell die Weihnachtszeit.

Die heiligen drei Könige werden seit frühester Zeit dargestellt. Allerdings zu Beginn als die in im Evangelium des Matthäus erwähnten Weisen oder Magier und erst später als gekrönte Häupter. Auch wurden die Könige immer reicher und mit ihnen die Gaben, die sie zur Krippe mitbrachten: Gold und Myrrhe. Ab dem 12. Jahrhundert wurden die Namen – Caspar, Melchior und Balthasar – fester Bestandteil der Könige. Auch wurden in den Königen die drei Altersstufen symbolisiert: es finden sich ein alter, ein mittelalter und ein junger König. Der jüngste König, Balthasar, wird seit dem 13./14. Jahrhundert zumeist als ‚Mohr’ dargestellt. Damit gesellt sich zu den verschiedenen Menschenaltern auch noch Menschen aus verschiedenen Völkern, die in der Gestalt der heiligen drei Könige Jesus anbeten.

Eine häufig dargestellt Szene aus der Kindheit Jesu ist auch die Flucht nach Ägypten. Maria sitzt dem Jesuskind im Arm auf einem Esel, den der gehende Joseph führt. Als Teilbild zur Flucht findet sich auch gelegentlich die Szene Ruhe auf der Flucht.

Die häufige Darstellung als schön älteres Kind zeigt Jesus als 12jährigen im Tempel. Lukas berichtet darüber im Kapitel 2, in den Versen 41 – 52. Dabei ist Jesus von Gelehrten umgeben, mit denen er disputiert. Oft sitzt Jesus auf einem erhöhten Stuhl, die Gelehrten mit ihren aufgeschlagenen Büchern um ihn herum sind offensichtlich erschrocken. Manchmal sind auch die Eltern Jesu abgebildet, wie sie ihren Sohn suchen.

Bildnachweis: 1

Reiche Ausstattung in einer ehemals reichen Stadt: Rats- und Pfarrkirche St. Nikolai in Stralsund

Dienstag, den 20. Februar 2007

Inmitten des Weltkulturerbes der Stralsunder Altstadt steht die Kirche. Vom Markt aus gesehen bietet der Bau zusammen mit dem gotischen Rathaus einen prachtvollen Eindruck. Auffällig sind die zwei stämmigen Türme, reich gegliedert durch weißes Blendwerk. Der eine Turm – der Südturm – trägt eine barocke Haube, der Nordturm verfügt nur über ein flaches Pyramidendach. 102 m misst der Südturm vom Boden bis zum Wetterhahn.

St. Nicolai, StralsundDie Kirche ist aller Wahrscheinlichkeit nach bereits der dritte Bau an der selben Stelle. Der erste Bau, vermutlich noch aus Holz, ist nicht gesichert, aber es war üblich, dass Händler, wenn sie einen neuen Ort besiedelten, schon früh eine Kirche errichteten. Die zweite Kirche war nur bis zum Chor fertiggestellt, da riss man sie wieder ab. Genau wie beim Vorbild der Marienkirche in Lübeck war um 1270 eine Hallenkirche für eine Hansestadt nicht mehr modern. Und an Lübeck maß sich Lübeck, da beide Städte in Konkurrenz miteinander standen. Einige Reste des Chores blieben erhalten und Teil der neuen Basilika. Die Nähe zum Rathaus war gewollt. Die Nikolaikirche sollte von Beginn an repräsentative Rats- und Pfarrkirche der Stadt sein. In der Kirche wurden schließlich nicht nur Gottesdienste abgehalten. Das Gebäude diente auch zum Empfang von Gesandtschaften, es wurden Ratssitzungen abgehalten und Geschäfte getätigt.

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Ältester Dom Deutschlands und (mit) älteste gotische Kirche Deutschlands in der ältesten Stadt Deutschlands: Dom und Liebfrauenkirche in Trier

Freitag, den 16. Februar 2007

Der Grundriss der Liebfrauenkirche lässt in keiner Weise ihre Entstehungszeit ahnen, gilt die Kirche doch gemeinsam mit der Elisabethkirche in Marburg als erster gotischer Bau in Deutschland. Die Kirche ist – beinahe - Zentralbau, sieht man einmal vom Chor ab. Selbst der Turm steht nicht am Westende, oder an einem anderen Ende des Baus, sondern erhebt sich über der Vierung.

Baubeginn war um 1230. Das Gebäude fußt wie so vieles in Trier auf antiken Vorgängerbauten. Fertiggestellt war die Kirche um 1260. Der Stil ist frühgotisch.

Die Liebfrauenkirche bekam vom Papst 1951 den Titel einer ‚Basilica minor’ und wurde 1986 zusammen mit dem Trierer Dom und allen römischen Bauten Triers und Umgebung auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes gesetzt.

Mit dem Dom ist die Kirche über einen gemeinsamen Kreuzgang verbunden, der aus der Bauzeit der Liebfrauenkirche stammt. Der Dom selbst ist zwar im Wesentlichen romanischen Ursprungs. In seinem Kern findet sich jedoch noch der sogenannte Quadratbau, Rest der zwischen 329 und 346 errichteten ersten Basilika.

Der Dom birgt als wertvollste Reliquie den sogenannten Heiligen Rock Jesu. Um ihn sollen die Soldaten unter dem Kreuz gespielt haben.

Besonders sehenswert:

  • Raumeindruck der Liebfrauenkirche

Trierer Dom (Liebfrauenkirche)

Geburtsort eines neuen Stils und königliche Nekropole: Abteikirche Saint Denis

Donnerstag, den 15. Februar 2007

St. Denis gilt als Geburtsort einer Kunstepoche: der Gotik. Der Einbau eines Kreuzrippengewölbes im Chorumgang ermöglichte einen völlig anderen Raumeindruck, der nicht mehr romanisch-schwer, sondern lichter und leichter wirkt. Durch das neue Konstruktionsprinzip konnte auf viele schwere Mauern verzichtet werden, wodurch größere Fenster eingebaut werden konnten. Auftraggeber dieser revolutionären Neuerung war der Abt Suger, eine bedeutende Geistesgröße seiner Zeit. 1140 gilt als Geburtsjahr des neuen Stils.

Saint Denis ist einem der französischen Nationalheiligen geweiht, der in Deutschland als ‚hl. Dionysius’ bekannt ist und zu den vierzehn Nothelfern zählt. Angeblich trug der Heilige nach seiner Enthauptung sein Haupt bis zu der Stelle, an der daraufhin die Abteikirche gebaut wurde und die auch sein Grab birgt.

Die Abteikirche ist nicht nur ein wichtiges Denkmal der Gotik, sondern auch die Grablege der Mehrzahl der französischen Könige, die zwischen 511 und 1824 hier beigesetzt wurden. Unter ihnen befinden sich so berühmte Herrscher wie Karl Martell, Philipp IV. der Schöne und der ‚Sonnenkönig’ Ludwig XIV:, sowie der anlässlich der französischen Revolution enthauptete Ludwig XVI. und dessen sein Schicksal teilende Frau Marie-Antoinette.

Besonders sehenswert:

  • Chorumgang als früheste Gotik
  • Grablege der französischen Könige

Abteikirche Saint Denis (fr.)

Martyrium auf dem Ararat: Achatius

Mittwoch, den 14. Februar 2007

Zehntausend Märtyrer

Auch über diesen frühen christlichen Märtyrer ist wenig bekannt. Legenden überlagern die Fakten. Achatius soll Anführer eines 9000 Mann starken römischen Heeres gewesen sein, welches zu Zeiten Kaiser Hadrians um 140 n.Chr. kurz davor stand, eine Schlacht zu verlieren. Aber Engel erschienen und versprachen den Sieg, wenn sich die Legionäre zum

Christentum bekehren würden. So soll es geschehen sein, doch als Hadrian davon erfuhr, befahl er anderen Soldaten, die getauften Legionäre auf dem Ararat mit Dornenzweigen zu zerfleischen und sie anschließend zu kreuzigen. Noch einmal tausend Soldaten sollen sich daraufhin taufen gelassen haben und erlitten gleichfalls den Märtyrertod. Darum wird Achatius auch der Anführer der ‚Zehntausend Märtyrer’ genannt.

Die Heiligenlegende des Achatius kam erst im 12. Jahrhundert auf. Aufgrund einer Verwechslung wird er manchmal auch als Bischof dargestellt. Er wird zu den 14 Nothelfern gezählt und wird gegen böse Krankheiten und bei Todesangst angerufen.

  • Dornenzweig (Marterwerkzeug)
  • Auch als Soldat mit Fahne, Kreuz und Schwert

Tag: 22. Juni

Ein Freund Dürers: Conrad Meit - eine Ausstellung in München

Mittwoch, den 14. Februar 2007

Mindestens drei Mal hat er sie dargestellt: Erzherzogin Margarete von Österreich. Zwei Mal als Tote in der Klosterkirche in Bourg-en-Bresse und einmal als Lebende in einer kleinen Büste, die sich heute in London befindet. Der um 1470/85 in Worms geborene und 1550/51 in Antwerpen verstorbene Meit war zwischen 1512/14 und 1530 war Hofbildhauer am Hofe Margarete von Österreichs im flämischen Mecheln. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Bildhauer und Bildschnitzer der Renaissance, auch wenn sich von seinem Spätwerk kaum Stücke erhalten haben. Conrad Meit war ein Freund Albrecht Dürers, der ihn hoch lobte.

Berühmt wurde Conrad Meit insbesondere für seine Aktstatuetten, die schon ganz den Geist der Renaissance atmen. So besitzt das Bayerische Nationalmuseum in München eine Darstellung von Judith mit dem Haupt des Holofernes.

Das Bayerische Nationalmuseum ist es auch, das noch bis zum 18. März 2007 in einer Sonderausstellung wichtige Werke seines Schaffens zeigt. Im Mittelpunkt stehen neben den Aktstatuetten, seine Porträts und großplastischen Werke aus Marmor und Alabaster.

Den Kopf in den Händen: Dionysius von Paris

Mittwoch, den 14. Februar 2007

Der französische Nationalheilige ist in der Darstellung einer der am leichtesten zu erkennenden Heiligen. Er trägt als unübersehbares Attribut seinen Kopf in den Händen.

Dionysius wurde um das Jahr 250 von Rom aus mit sechs anderen Bischöfen nach Gallien geschickt, um dort zu missionieren. In Paris, welches damals noch Lutetia hieß, löste die Mission das Missfallen des dortigen römischen Stadthalters aus. Er befahl die Hinrichtung des Bischofs Dionysius und seiner Gefährten Rustikus und Eleutherius.

Saint Denis

Der Legende nach nahm Dionysius nach der Enthauptung auf dem Montmatre seinen Kopf, trug ihn zuerst zu einem Fluss, um in dort zu reinigen und anschließen sechs Kilometer weit in Richtung Nordosten, bis er ihn an dem Ort niederlegte, wo er begraben werden wollte. An dieser Stelle errichtete der Merowingerkönig Dagobert I. 626 die Abteikirche Saint-Denis (französicher Name des Heiligen). Das Gotteshaus wurde zur Grablege der meisten französischen Könige.

Seit 1450 wird Dionysius zu den 14. Nothelfern gezählt. In Folge seiner Hinrichtungsart wird insbesondere er gegen Kopfschmerzen angerufen. Der Heilige wird vor allem in Frankreich, Spanien, aber auch in Deutschland verehrt.

Attribute:

  • Kopf in den Händen
  • Bischofsgewand

Tag: 9. Oktober