Monatsarchiv für März 2007

Auch mit Hundekopf: Christophorus

Samstag, den 31. März 2007

Christophorus mit Hundkopf auf einer griechischen IkoneObwohl Christopheros einer der populärsten Heiligen ist und zu den vierzehn Nothelfern gezählt wird. Obwohl unzählige Kirchen zum Teil riesige Darstellungen des Christusträgers an Innen- und Außenwänden zeigen und Menschen auf der ganzen Welt Bildnisse des Christopheros auf Reisen mit sich tragen oder im Auto an den Rückspiegel hängen, hat ihn die katholische Kirche offiziell als Heiligen aus ihren Listen gestrichen – weil nicht bewiesen ist, dass er je gelebt hat.

Umso lebendiger sind die Legenden, die sich im Laufe der letzten 1700 Jahre um den inoffiziellen Heiligen gebildet haben. So soll er im 3. Jahrhundert in Kleinasien gewirkt haben. Östliche Legenden bezeichnen Christophorus sogar als Ungeheuer mit Hundekopf, welches nach einer wunderbaren Taufe erst Lesen lernte und nach tausendfachen Bekehrungen als Märtyrer starb. Wahrscheinlich ist ein Übersetzungsfehler ursächlich für diese schöne Geschichte. Es soll nach einer Handschrift ein Kanaaniter gewesen sein, woraus schnell canis, der Hund werden konnte. So, oder so ungefähr.

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Bildhübsch: Bildhauerkunst der Romanik

Freitag, den 30. März 2007

Jüngstes Gericht - Saint Lazare, Autun - Gislebertus (1120-1134)Als den Zeitgenossen der Romanik ihre Architektur zu langweilig wurde, entwickelten sie die Bauskulptur (oder Bauplastik). Zuerst als Relief verwirklicht, wurden die Figuren und Ornamente im Laufe der Zeit immer voluminöser. Und so war den romanischen Bildhauern auch anders als ihren antiken Vorgängern nicht so sehr an der Darstellung menschlichen Körpern gelegen, sondern mehr daran, Volumen oder Masse zu erzeugen. Körperlichkeit statt Körper. Dabei war die Bildhauerkunst der salischen Epoche der Romanik formalistisch streng, strenger sogar noch als die der Ottonik. Erst in der staufischen Zeit (nach 1150) wurden die Figuren lebhafter und die Darstellungen variationsreicher und leiteten allmählich zur Gotik über.

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Propheten aus Glas: Augsburger Dom

Freitag, den 30. März 2007

augsburg-dom_4.jpg

Auch der Augsburger Dom ist eine für deutsche Verhältnisse recht alte Kirchengründung. Der erste Bau geht auf das 8. Jahrhundert zurück. Unter dem heutigen Dom wurden sogar Fundamente eines Gebäudes gefunden, welches wahrscheinlich einmal im 4. Jahrhundert gestanden hat. Ob es sich bei diesem Vorläuferbau jedoch um eine Kirche gehandelt hat, vermag bislang niemand zu sagen. Schriftliche Zeugnisse gibt es jedenfalls nicht.

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Aus dem Buch an die Kirchenwand: Malerei der Romanik

Donnerstag, den 29. März 2007

Nur wenige romanische Malereien haben bis in unsere Zeit König David - Glasmalerei im Augsburger Dom (um 1140)überlebt; die meisten davon in Italien und Frankreich. Das mag als ein großer Verlust gelten, waren doch einst die meisten Kirchen großflächig ausgemalt. Überhaupt beschränkt sich die überlieferte Malkunst der Romanik im Wesentlichen auf Wandmalereien und die Buchkunst. Altarbilder kamen erst allmählich ab dem 12. Jahrhundert in Mode, zunächst als Antependien, also als Vorsatz, der unten am Altartisch angebracht wurde.

Kennzeichnend für die Epoche war ähnlich wie in der Ottonik eine strenge Stilisierung des Dargestellten, jedoch nicht mehr ganz so streng. Wie auch in der Bildhauerei konzentrierten sich die Künstler auf eine besonderes ausdrucksstarke Darstellung. Stilbildend für die Romanik war die Buchmalerei. Ihre Gestaltungsprinzipien wurden auf die Wandmalerei übertragen. Themen für die Wandmalereien waren biblischen Szenen und Heiligenlegenden. Ein kompletter Zyklus hat sich leider nicht erhalten.

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Schön war die Zeit: Adam und Eva im Paradies

Donnerstag, den 29. März 2007

Der Garten Eden - Hieronymus Bosch (um 1500)Das Paradies ist auch heute noch sprichwörtlich. Eigentlich möchte jeder dorthin, wie auch immer. Gott legte diesen Park (nichts anderes bedeutet das aus dem Persischen stammende Wort paradeisos) zum Abschluss seiner Schöpfung in einer Gegend namens Eden an, weshalb der Ort auch Garten Eden genannt wird. Eden ist eine Bezeichnung aus dem Sumerischen und kann Steppe oder Wüste bedeuten, aber auch einen fruchtbaren, mit Bäumen bestandenen Ort. Im hebräischen Alten Testament wird das Wort gan verwendet, was Garten heißt. Ins Griechische wurde das Wort dann zum Paradies übersetzt.

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Die Sache mit der Rippe: Die Erschaffung Evas

Dienstag, den 27. März 2007

Johann Heinrich Füssli - Die Erschaffung Evas (1793)„Das endlich ist Bein von meinem Bein und von Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen; denn vom Mann ist sie genommen.“ So wird Adam nach der Erschaffung Evas in der Genesis (Kaptel 1, Vers 23) in der Einheitsübersetzung zitiert. Was auf den ersten Blick ein wenig unlogisch klingt, erschließt sich, wenn man die Vokabeln im Hebräischen betrachtet. Dort sind die Worte für Mann – isch – und für Frau – ischáh – doch sehr ähnlich. Martin Luther löste das Übersetzungsproblem auf seine Weise, die auch nicht ganz zu überzeugen vermag: „… man wird sie Männin nennen, weil sie vom Mann genommen ist.“

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Katholischer Barock in Brandenburg: Klosterkirche Neuzelle

Montag, den 26. März 2007

Kloster Neuzelle - Decke des Mittelschiffs mit Spitzbögen an den SeitenKatholisch, barock und neben dran auch noch eine Klosterbrauerei. Das passt nach Bayern. Gibt es aber – auch – in Brandenburg. Und zwar ganz weit im Osten in der Niederlausitz. Gegründet wurde das Kloster Neuzelle als Zisterzienserniederlassung. Und zwar schon im Jahre 1268. Das Kloster wurde damals von Markgraf Joachim dem Erlauchten in Angedenken an seine verstorbene Frau Agnes gestiftet. Die ersten Mönche kamen jedoch erst 1281 aus dem Kloster Altzelle in Sachsen. Zwischen 1300 und 1330 wurde eine dreischiffige Backsteinhallenkirche errichtet.

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Zwischen Saliern und Staufern: Romanik

Freitag, den 23. März 2007

Der Rundbogen gilt als das Kennzeichen der Romanik schlechthin. Dabei zeigten auch schon die Bauten der vorangegangen Epoche der Ottonik solche Rundbögen. Die Ottonik Heinrich bittet Mathilde von Tuszien und Abt Hugo von Cluny um Vermittlung (aus Codex Vat. lat. 4922 von ca. 1115)wird so auch gelegentlich der Romanik als Vorromanik zugestellt. Abgesehen von diesem Detail, wird der Beginn der Romanik auf die Zeit zwischen 1050 und 1080 gelegt.

Nicht zufällig fallen diese Termine mit dem Antritt der Salier als Herrschergeschlecht in Deutschland zusammen. 1024 begann die Regierungszeit des ersten Saliers: Konrad II., welcher 1027 auch Kaiser wurde. Berühmtester Salier war aber Heinrich IV., der 1077 zu Papst Gregor VII. nach Canossa ging, um dort im Büßergewand die Aufhebung des gegen ihn verhängten Kirchenbanns zu erwirken. Dieses Ereignis illustriert, mit welchen Schwierigkeiten die deutschen Kaiser inzwischen zu kämpfen hatten, nachdem die Epoche der ottonischen Kaiser von einer relativ unangefochtenen Vormachtsstellung des Kaisers geprägt war. Der sogenannte Investiturstreit (also die Frage, wer die Bischöfe einsetzen durfte; der Papst oder der Kaiser) beschäftigte auch noch die Staufer, die beinahe unmittelbar auf die Salier folgten, nachdem deren Dynastie 1125 mit dem Tod Kaiser Heinrich V. die Macht verloren hatte. Zu den berühmtesten Staufern gehörten Friedrich I. Barbarossa (1152 König (1155 – 1160 Kaiser)) und dessen Enkel Friedrich II. (1212 König (1237 – 1250 Kaiser)).

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Monumentale Gliederung: Baukunst der Romanik

Freitag, den 23. März 2007

Die Unterschiede zwischen Romanik und vorhergehender Ottonik betreffen zunächst vor allem den Zug der Romanik zur Monumentalität. Die Kirchenbauten speyererdomlangschiff.jpgwurden entscheidend größer. Der Typ der Basilika blieb aber bestimmend. Ein weiterer Trend war die wesentlich klarere Gliederung der Baumassen. Das Prinzip der Gliederung gab es zwar schon seit der karolingischen Kunstepoche. Doch die Romanik gestaltete die Kirchenbauten aus den verschiedenartige Baukörpern - rechteckigen und runden, längs- und quergerichteten, lagernden und aufstrebenden –nun zu einem einheitlichen, vielgliederigen Ganzen. Deutlich wurden Schiffe, Vierung, Querhaus, Chorpartien und Türme von einander abgesetzt. Bestes Beispiel ist die Klosterkirche Maria Laach. Und obwohl sich der Begriff Romanik auf die Antike bezieht, kannten oder nutzten die Römer dieses Gliederungsprinzip nicht.

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Grablege eines berühmten Heiligen: San Nicola in Bari

Donnerstag, den 22. März 2007

San Nicola in Bari

Kaum ein Heiliger ist so populär, wie Nikolaus, wird er doch zumeist mit Geschenken in Verbindung gebracht. Weniger bekannt ist, dass Nikolaus ursprünglich aus dem Städtchen Myra in der heutigen Türkei stammt, weswegen sein Name auch hl. Nikolaus von Myra lautet. Die katholische Kirche nennt den Heiligen jedoch auch Nikolaus von Bari, womit die Verwirrung komplett wird. Den Zusatz ‚Bari’ erhielt Nikolaus, nachdem Kaufleute der reichen Stadt an der Südostküste Italiens 1087 aus Statusgründen einen berühmten Heiligen für ihren wirtschaftlich aufstrebenden Ort brauchten und sich einfach einen aus Kleinasien heranorganisierten. Man begründete den Raubzug damals damit, dass Nikolaus nach Bari „wollte“ und ihm dieser Gefallen unbedingt getan werden müsste.

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