‘Al Fresko’ zeigt sie alle: die karolingischen Wandmalereien von Müstair
1. März 2007Mittelalterliche Wandmalereien finden sich in Mitteleuropa nur noch selten. Oft wurden sie in der Barockzeit übermalt, da sie nicht mehr dem Zeitgeschmack entsprachen. Auch die Romantik und der Historismus bevorzugten zunächst in der Regel blanke Wände in romanischen und gotischen Kirchen, als die barocken Zutaten - wiederum als veraltet betrachtet - später wieder herausgerissen wurden. Es ist darum kaum vorstellbar, dass sich Wandmalereien sogar aus vorromanischer, frühmittelalterlicher Zeit erhalten haben könnten. Und doch steht in Müstair, im schweizer Kanton Graubünden, eine Klosterkirche, die als größten Schatz Fresken aus karolingischer Zeit, also um 800, enthält. Im späten 15. Jahrhundert übermalt und im 19. Jahrhundert wiederentdeckt, wurde der größte Teil erst zwischen 1947 und 1954 wieder vollständig freigelegt. 135 Bildfelder in unterschiedlichem Erhaltungszustand bedecken die Wände.
Diesen einzigartigen Kunstwerken widmete Marese Sennhauser Girard ihre Dissertation im Fach Kunstgeschichte. Was über viele Jahre nicht zu Veröffentlichung gelangte, stellt die Autoren nun nach und nach in ihren Weblog. Dabei schildern die lebendig und verständlich geschriebenen und durch Fotos ergänzten Texte nicht nur, was auf den Bildfeldern dargestellt ist. Auch werden die biblischen Hintergründe und die Legenden benannt, auf die die einzelnen Malereien zurückgehen.
Bildnachweis: 1
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