Der Chorumgang

7. März 2007

In der Romanik vereinzelt und in der Gotik sehr häufig schufen die Baumeister sogenannte ‚Chorumgänge’. Oft entstanden in einfacher Verlängerung der Seitenschiffe des Langschiffes über das Querhaus hinaus Gänge, in denen der nun innen liegende Chorraum vollständig umgangen werden konnte.

Da der Chor von den Seiten einsehbar geworden wäre, wurde das Prinzip des Lettners auf die Chorseiten ausgedehnt, wenn auch nicht so massiv.. Die errichteten Mäuerchen heißen ‚Chorschranken’. Oft wurden die Chorschranken bemalt oder sogar mit Skulpturen versehen. Sehr berühmt sind die spätromanischen Chorschranken aus der Liebfrauenkirche in Halberstadt.

Wurde der Chorumgang zum auch zum Chorraum hin abgrenzt, bot diese Bauweise auf der anderen Seite die Möglichkeit, Kapellen nach Außen an den Chorumgang anzufügen. So haben heute viele Kirchen an ihrem Ostende einen Kappellenkranz. Die Kapellen wurden oft von reichen Adels- oder Bürgerfamilien, aber auch den Zünften, als Privatkapellen gestiftet und als Grablege benutzt.

In Basiliken greifen der Chor und der Chorumgang die basilikale Ordnung des Langschiffes in höheres Mittelschiff und niedrigere Seitenschiffe in der Regel auf. Dann befindet sich der Chor in der Verlängerung des hohen Mittelschiffs, während der Chorumgang die Höhe der niedrigeren Seitenschiffe fortführt.

In Hallenkirchen wurde diese Ordnung zunehmend aufgelöst. Formal gibt es zwar noch einen Chor und einen Chorumgang, faktisch bilden beide aber einen zusammenhängenden Raum. Der Chor ist dann zumeist daran zu erkennen, dass er ein wenig gegenüber dem ‚Umgang’ erhöht ist. Auch hier sind Chorkapellen üblich.

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