Das Maß des Vierungsquadrates war im gebunden System auch maßgeblich (im wahrsten Sinne des Wortes) für den zentralen Kirchenbereich, der (zumeist östlich) auf das Vierungsquadrat folgt: den Chor.
Der Chor war in Kirchen ursprünglich der Bereich, der allein dem Klerus vorbehalten war. Der Name stammt von den Sängern, die anfänglich in der Nähe des Altars platziert waren.
Der Name stammt von den Sängern, die anfänglich in der Nähe des Altars platziert waren. Als Chor werden zum einen der eigentliche Chorraum bezeichnet, der auch Chorquadrat genannt wird, wenn er sich am Maß des Vierungsquadrats orientiert. Östlich auf das Chorquadrat folgt ein Chorabschluss. Bei kleinen Dorfkirchen, oder in romanischen Kirchen endet der Chor oft in einer Chorapsis. Ursprünglich war eine Apsis ein halbrunder Abschluss, der auf den Chorraum folgte und in dem ein Altar stand. Gotische Chöre werden oft durch eckige oder polygonale östlichen Enden abgeschlossen, die dann gleichfalls Apsis genannt werden, auch wenn nach Osten noch ein Chorumgang folgt.
Für Ordenskirchen, insbesondere die der Zisterzienser, ist ein gerader Chorabschluss sehr typisch. Auch die Kirchen der englischen Gotik enden zumeist gerade. In Zisterzienser- und in anderen Ordenskirchen ist der Chor oft beinahe so groß wie das Langhaus, da dort alle Mönche Platz finden mussten. Der Chorraum konnte sogar über die Vierung hinaus nach Westen in das Langschiff hineinreichen.
Zudem war der Chorraum in zwei Bereiche unterteilt. Der östliche Chorraum war den ‚echten’, zum Priester geweihten Mönchen, vorbehalten, der westlich Teil des Chorraumes wurde von den sogenannten Konversen genutzt, Laienbrüdern ohne höheren Weihen. Die Konversen waren im wesentlichen auch für die im Kloster anfallenden Arbeiten zuständig.
Oft ist der Chorraum einige Stufen über den Kirchenraum erhöht. Nicht selten ist der Chorraum auch etwas schmaler als das westlich anschließende Schiff. In diesem Fall spricht man von einem ‚eingezogenen’ Chor.
