Blicke umher! St. Paul’s Kathedral in London
12. März 2007Auch an dem Ort der St. Paul’s Kathedral folgten mehrer Kirchen aufeinander. Die erste war eine hölzerne und wurde wohl um 604 als
Londoner Bischofskirche errichtet. Brände zerstörten diese und die Wikinger 962 den darauf folgenden Bau. Deren Nachfolger wiederum, die Normannen, entschlossen sich 1087 zu einem Neubau, der bei seiner Fertigstellung einer der größten Kirchenbauten seiner Zeit werden sollten. 149 Meter Höhe maß der Vierungsturm. Mit Heinrich VIII. und den religiösen Wirren begann der Zerfall der Kirche. Beim Großen Stadtbrand von London 1666 wurde ein Großteil der Stadt und die alte St. Paul’s Kathedrale vollständig zerstört.
Der Wiederaufbau folgte Plänen des Baumeisters Sir Christopher Wren. Seine Kirche sollte zunächst ein Zentralbau mit Kuppel auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes werden. Das Projekt scheiterte am fehlenden Geld. Erst sein Entwurf von 1675 wurde angenommen. Geplant war ein Langhaus mit zentralem Vierungsturm. Doch die Idee der Kuppel ließ Wren nicht los und schließlich konnte er sie durchsetzen. Ursprünglich war auch im Westen des Baus nur eine bescheidenere Lösung vorgesehen. Erst kurz vor Abschluss der Bauarbeiten, 1703, entstand der Plan für einen größeren Westportikus, der bis zur Fertigstellung der Kirche 1710 auch noch mit zwei Uhrtürmchen versehen wurde.
Aus der Zeit der Entstehung befinden sich in der Kirche noch ein geschnitztes Chorgestühl und schmiedeeiserne Chorschranken. Das Glasmosaik wurde erst 1890, der Hochaltar sogar erst 1958 vollendet; letzterer nach Plänen von Christopher Wren. Die Kuppel der Kirche ist 111m hoch.
Sehenswert in der St. Paul’s Kathedral ist die Krypta. In ihr haben viele bedeutende Briten ihr Grab gefunden. Unter ihnen Admiral Sir Horatio Nelson, der in einem ausgehöhlten Maststück des französischen Flagschiffes L’Orient beigesetzt wurde. Die L’Orient wurde von der britischen Flotte unter der Führung Nelsons bei der Seeschlacht von Abukir 1798 nebst weiteren französischen Schiffen zerstört. Zudem finden sich unter anderem die Gräber von Florence Nightingale, dem Duke of Wellington (Sieger von Waterloo), des Malers Joseph William Mallord Turners und auch das des Architekten der Kirche: Sir Christopher Wren. Auf seinem Grab liegt eine Grabplatte mit der Inschrift: Lector, si monumentum requiris, circumspice („Betrachter, wenn Du ein Denkmal suchst, blicke umher“).
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