Der Nachfolger: Simon Petrus
14. März 2007
Zusammen mit seinem Bruder Andreas ging Simon Petrus dem Beruf des Fischers nach. Beim Fischen wurden beide auch von Jesus zu Jüngern berufen (Markusevangelium Kapitel 1, Verse 16 bis 18). Eines der ersten Wunder Christi galt der Schwiegermutter des Petrus: Jesus heilte die Dame. Petrus war dabei, als Jesus auf dem See Genezerath wandelte, bei der Verklärung Jesu und der Fußwaschung, wo er sich als unwürdig bezeichnete, von Jesus die Füße gewaschen zu bekommen.
Bekannt ist die Szene, in der Petrus bei der Gefangennahme Jesu vor Zorn dem Diener Malchus das Ohr abschlug. Danach verleugnete Petrus Jesus drei Mal, noch ehe der Hahn krähte.
Petrus nimmt innerhalb der Apostel eine Sonderstellung ein. Im Matthäusevangelium (Kapitel 16, Verse 16 bis 19) bezeichnet Jesus ihn als „Fels“ (griechisch: pétros), auf dem er seine Kirche bauen will. Auch erhält Petrus von Jesus die „Schlüssel zum Himmelreich“. Darum steht Petrus nach dem Volksglauben an der Himmelstür und überwacht, wer hinein darf. Die besondere Bedeutung des Petrus führte dann auch dazu, dass in Rom den „Nachfolgern Petri“ eine besondere Stellung in der (katholischen) Kirche zukam.
Über zahlreiche Wunder und ein reiches Wirken des Petrus berichtet die Apostelgeschichte des Lukas im Neuen Testament.
Eine häufig in der Kunst dargestellte Szene ist die Befreiung aus dem Kerker, in den Herodes I. Petrus in Jerusalem werfen ließ. Es kam ein Engel, die Ketten fielen einfach ab und Petrus konnte ungehindert von den Wächtern den Kerker verlassen (die angeblichen Ketten werden heute in der Kirche S. Pietro in Vincoli (Hl. Peter in Ketten in Rom aufbewahrt).
Nach zahllosen Erlebnissen soll Petrus nach Rom gegangen sein, dort als Leiter der Gemeinde gewirkt haben und während der Christenverfolgungen des Nero den Märtyrertod gefunden haben. Historische Beweise für einen Aufenhalt des Petrus in Rom gibt es nicht, auch wenn schon die Autoren des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts wie selbstverständlich davon ausgingen.
In Rom soll Petrus auch dem Paulus begegnet sein. Da beide der Kaiser die beiden für den Tod seines Hofzauberers verantwortlich machte, sollen beide zur Hinrichtung verurteilt worden sein. Petrus konnte jedoch entkommen. Auf der Via Appia begegnete der aus Rom fliehende Petrus Christus. Diesen soll er mit den berühmten Worten gefragt haben: „Quo vadis, Domine?“ Wohin gehst Du, Herr? Jesus soll darauf geantwortet haben, er ginge nach Rom, sich ein zweites Mal kreuzigen zu lassen. Da erkannte Petrus seinen Fehler, kehrte um fügte sich in seinen Märtyrertod. Da er sich als für nicht würdig empfand, wie der Heiland zu sterben, ließ er sich auf dem Kopf stehend kreuzigen.
Der Leichnam des Apostels wurde angeblich auf einem Friedhof begraben, der sich an der Stelle befand, wo sich heute der Petersdom erhebt. Der Überlieferung nach befindet sich das Grab des Petrus unter dem Hochaltar.
Erstmals seit 258 wird Petrus an seinem angenommenen Todestag, dem 29. Juni, gedacht. Da auch Paulus an diesem Tag gestorben sein soll, ist der Tag Ende Juni Gedenktag beider Heiligen.
In allen Apostellisten steht Petrus an erster Stelle; in Apostelfolgen gehört ihm der Platz nächst zu Christus.. Dargestellt wird er zumeist mit einem Schlüssel, den er von Christus erhalten haben soll. Auch der Hahn seines Verrates taucht als eines seiner Attribute auf. Sein äußere Erscheinung, insbesondere sein Kopf, folgt seit der Spätantike einem Typus: Vollbart mit lichter Stirn, jedoch zumeist mit mehr Haaren und kürzerem Bart, als Paulus.
Gedenktag: 29. Juni, Peter und Paul
Patron von Rom, Trier und Poznan/Posen in Polen; der Päpste und Brückenbauer; der Reuigen, Büßenden, Beichtenden; der Metzger, Glaser, Schreiner, Schlosser, Schmiede, Bleigießer, Uhrmacher, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Steinhauer, Netzweber, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer und Schiffbrüchigen; der Jungfrauen; gegen Besessenheit, Fallsucht, Tollwut, Fieber, Schlangenbiss, Fußleiden und Diebstahl.
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