Der Nachgeloste: Matthias

Er kandidierte gegen Joseph Barsabbas – und gewann. Nach Christi Himmelfahrt wollten oder mussten die Jünger Judas Ischariot ersetzten (Apostelgeschichte Kapitel 1, Vers 28). So taucht der Apostel auch erst auf Darstellungen zu Pfingsten oder der Entschlafung Mariens auf.

Die Legenden sind sich uneinig über das Wirken des Heiligen. Einige Überlieferungen zufolge predigte er in Galliläa, andere behaupten, er wäre bis in den Kaukasus oder sogar nach Äthiopien gelangt.

Gemein ist den meisten Legenden, dass Matthias wegen seiner Predigten zum Tode verurteilt und letztendlich mit einem Beil hingerichtet wurde. Seine Hinrichtung soll um das Jahr 63 erfolgt sein.

Die Überreste des Heiligen sollen zunächst in der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom bestattet worden sein, dann aber durch das Wirken der Mutter des Kaisers Konstantin, der hl. Helena, in deren Geburtsort Trier gelangt sein. Dort waren sie lange verschollen, wurden aber im Jahr 1050 wiedergefunden.

Die Matthias-Nacht (24. Februar) und deren Lage gegen Ende des Winters, hatte großen Einfluss auf das Volksbrauchtum und ließ so viele Bauernregeln entstehen (“Mattheis bricht’s Eis – find er keins, so macht er eins.”).

Dargestellt wird der Heilige in Anlehnung an sein Martyrium mit einem Beil oder auch einer Hellebarde. Zumeist muss Matthias in Apostelfolgen jedoch Paulus weichen, damit die Zwölf-Zahl gewahrt bleibt.

Gedenktag: 24. Februar

Patron von von Goslar, Hannover, Hildesheim; der Bauhandwerker, Zimmerleute, Schreiner, Schmiede, Metzger, Schweinehirten, Schneider und Zuckerbäcker; zum Schulbeginn von Jungen; gegen Blattern, Keuchhusten, eheliche Unfruchtbarkeit.

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