Erben des Schiffbaus: Stabkirchen

Stabkirche in Borgund, NorwegenDie vielen Steinkirchen, denen in heutzutage Europa begegnet werden kann, täuschen darüber hinweg, das viele von ihnen auch mal einen kleinen Holzbau als Vorläufer hatten. In Nordeuropa, vor allem in Norwegen und in Schweden, aber auch in England, hat sich ein ganz besonderer Typ Holzkirchen entwickelt, der nicht von Steinbauten verdrängt wurde: die Stabkirche oder Mastkirche. Mit dem Kirchenbau in Stein haben Stabkirchen wenig gemein. Vielmehr orientierten sich die Baumeister an den Methoden des vertrauten Schiffbaus.


Das steile, mehrfach gestufte Dach, wird nicht von den Wänden, sondern von freistehenden Holzpfählen oder Masten getragen, den sogenannten ‚Stäben’. Die Wände bestehen aus senkrechten Planken, die an den Seiten von Eckhölzern, unten von Schwellenhölzern und oben von querliegenden Rahmenhölzern gehalten werden. Der Dachstuhl ist aufwändig gezimmert und liegt auf den Rahmenhölzern auf. Die Statik einer Stabkirche ist Fachwerkbauten nicht unähnlich. Die Bauweise ähnelt der Skelett-Bauweise.

Stabkirche in Urnus, NorwegenDie ältesten bekannten Kirchen dieses Typs stammen aus dem 9. Jahrhundert; die meisten wurden jedoch im 12. und 13. Jahrhundert erbaut. Während in Schweden nur noch eine Stabkirche erhalten ist, finden sich in Norwegen noch 28 gut erhaltene Holzkirchen. Die bekannteste und eine der ältesten ist die Stabkirche von Borgund aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes findet sich die Stabkirche im norwegischen Urnes. Sie ist auch die älteste erhaltene Stabkirche und geht auf die Zeit vor 1100 zurück.

In Deutschland wurde sich in Goslar eine Stabkirche nachgebaut. Die Gustav-Hahne-Stabkirche ist eine Offene Kirche und somit zu besichtigen.

Gustav-Adolf-Stabkirche in Goslar-Hahnenklee

Bildnachweis: 12

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