Der Beliebte: Jakobus der Ältere
18. März 2007
Santiago de Compostela und der Jakobsweg: die Namen kennt fast jeder, doch nur die wenigsten können etwas mit dem dahinter stehenden Apostel verbinden. Dabei war Jakobus der Ältere nicht nur einer von Jesus Lieblingsjüngern – neben Petrus und Johannes – sondern auch der erste Apostel, der den Märtyrertod fand.
Jakobus war ein Sohn des Zebedäus und somit auch ein Bruder des Apostel Johannes. Berufen wurde Jakobus beim gemeinsamen Fischen mit Simon Petrus und Andreas. Jakobus war wie Petrus und Johannes im Garten Gethsemane und bei der Verklärung anwesend und findet sich auch auf Darstellungen der Ereignisse.
Viele Legenden ranken sich um Jakobus. Er soll Zauberer besiegt, Lahme geheilt und weitere Wunder vollbracht haben. Zu den berühmteren gehört die Befreiung eine Jünglings, der schon am Strick hing. Ein Wirt hatte ihm einen Silberbecher in die Tasche geschmuggelt, da sich der Jüngling weigerte, die Tochter des Wirtes zu heiraten. Der Silberbecher in des Jünglings Tasche wurde zunächst als Diebstahl gewertet, weswegen der vermeintliche Dieb gehängt wurde. Angeblich hielt Jakobus aber den Strick, bis ein Brathuhn von einem Teller aufflog und den Wirt des Betruges überführte. Daraufhin wurde der Wirt an Stelle des Jünglings gehängt.
Den Tod fand Jakobus, so die Überlieferung, als er im Jahre 43 n.Chr. in Judäa unter König Herodes Agrippa I. enthauptet wurde. Darüber berichtet die Apostelgeschichte im Neuen Testament im Kapitel 12 in den Versen 1 und 2. Vorher soll der Apostel aber auch noch in Spanien gepredigt haben. In Jerusalem steht heute über dem vermeintlichen Apostelgrab die Jakobuskirche. Doch auch in Spanien wird der Heilige verehrt. Angeblich legten die Jünger des Jakobus in Jersulaem die Leiche des Apostel in ein Boot und ließen es von Engeln nach Spanien bringen. Eine andere Legende sagt, dass das Grab des Jakobus nach seinem Tod vergessen und erst auf einem „Sternenfeld“ = „Compostela“ wiederentdeckt wurde. 813 begann man in Galicien schließlich mit einem Kirchenbau. Am 25. Juli 816 sollen die Reliquien beigesetzt worden sein.
Während der Reconquista spielte Jakobus gleichfalls eine wichtige Rolle. So griff er bisweilen voranreitenden in mehrere Schlachten ein, die den Zweck verfolgten, die islamischen Mauren aus Spanien zu vertreiben. Seit dem 11. Jahrhundert wurde Santiago de Compostela einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Europas. Zeitweilig wanderten dort mehr Menschen hin als nach Rom oder Jerusalem. In jüngster Zeit ist es wieder modern geworden, nach Galicien zu pilgern, wenn auch selten aus religiösen, sondern vielmehr aus Gründen der Selbstfindung.
Jakobus der Ältere ist in Darstellung zumeist unverkennbar: er trägt als Attribute einen Pilgerhut, einen Pilgerstab, hin und wieder auch eine Pilgerflasche und vor allem die Pilgermuschel, die sogenannte „Jakobsmuschel“. Zumindest die Muschel war und ist ein „muss“ für Pilgerreisende gen Santiago de Compostela. Von Jakobsmuschel war nach einer Legende der Körper eines jungen Ritters bedeckt, den der längst verstorbene Heilige vor dem Ertrinken rettete. Dadurch wurde die Schale zu einem Schutzzeichen.
Gedenktag ist der 25. Juli, dem Tag der Reliquienbestattung.
Patron von Spanien; der Krieger, Arbeiter, Lastenträger, Hutmacher, Strumpfwirker, Wachszieher, Kettenschmiede, Apotheker und Drogisten; der Pilger und Wallfahrer; für das Wetter, für Gedeihen der Äpfel und Feldfrüchte; gegen Rheumatismus.
Bildnachweis: 1
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