Zwischen Saliern und Staufern: Romanik
23. März 2007Der Rundbogen gilt als das Kennzeichen der Romanik schlechthin. Dabei zeigten auch schon die Bauten der vorangegangen Epoche der Ottonik solche Rundbögen. Die Ottonik
wird so auch gelegentlich der Romanik als Vorromanik zugestellt. Abgesehen von diesem Detail, wird der Beginn der Romanik auf die Zeit zwischen 1050 und 1080 gelegt.
Nicht zufällig fallen diese Termine mit dem Antritt der Salier als Herrschergeschlecht in Deutschland zusammen. 1024 begann die Regierungszeit des ersten Saliers: Konrad II., welcher 1027 auch Kaiser wurde. Berühmtester Salier war aber Heinrich IV., der 1077 zu Papst Gregor VII. nach Canossa ging, um dort im Büßergewand die Aufhebung des gegen ihn verhängten Kirchenbanns zu erwirken. Dieses Ereignis illustriert, mit welchen Schwierigkeiten die deutschen Kaiser inzwischen zu kämpfen hatten, nachdem die Epoche der ottonischen Kaiser von einer relativ unangefochtenen Vormachtsstellung des Kaisers geprägt war. Der sogenannte Investiturstreit (also die Frage, wer die Bischöfe einsetzen durfte; der Papst oder der Kaiser) beschäftigte auch noch die Staufer, die beinahe unmittelbar auf die Salier folgten, nachdem deren Dynastie 1125 mit dem Tod Kaiser Heinrich V. die Macht verloren hatte. Zu den berühmtesten Staufern gehörten Friedrich I. Barbarossa (1152 König (1155 – 1160 Kaiser)) und dessen Enkel Friedrich II. (1212 König (1237 – 1250 Kaiser)).
Nicht selten wird die Romanik in Früh-, Hoch- und Spätromanik eingeteilt. Dann übernimm Ottonik die Rolle der Frühromanik von 950 bis ca. 1080. Die folgende salische Periode wird mit der Hochromanik von 1080 bis 1150 und die Stauferzeit die Spätromanik von 1150 bis ca. 1250 gleichgesetzt.
- (Frühromanik – Ottonik – ca. 950 – ca. 1080)
- (Früh- und) Hochromanik – salische Kunst – ca. 1080 – 1150)
- Spätromanik – staufische Kunst – ca. 1150 bis 1250
Allerdings endeten die Ottonen schon 1024 mit dem Tod Heinrich II. und begann die Epoche der Staufer schon 1138 mit der Königsthronbesteigung Konrad III. (dem Vater Friedrichs I. Barbarossa). Die Stauferzeit begann also in der Hochromanik, enthielt die Spätromanik und reichte bis in die Gotik. Frühe Bauten des aus Frankreich kommenden Stils waren die Liebfrauenkirche in Trier (1227–43), die Elisabethkirche in Marburg (1235 – 1282) und der Dom zu Magdeburg.(Chor ab 1209). Doch als Richtschnur möge die Einteilung genügen.
Hinzuzufügen bleibt noch, dass unter den Saliern das Herrscherhaus die Kunst und hier vor allem die Baukunst maßgeblich beeinflusste.
Der Hauptbau der Salier, der Dom zu Speyer, war zugleich einer der wichtigsten Gründungsbauten der Romanik. Während der Epoche der Staufer hingegen wurde die Kunst mehr von den einzelnen Landesfürsten, die Baukunst auch sehr von den Anfang des
Die Spätromanik der Stauferzeit war übrigens eine beinahe rein deutsche Veranstaltung. Die Franzosen hatten sich bereits ab 1140 beginnend mit dem Chorumgang in St. Denis in Paris der Gotik zugewandt. Da die staufische Kunst mehrere Stile verband, wird sie bisweilen auch als ‚Übergangskunst’ bezeichnet.
Der Begriff ‚Romanik’ entstand um 1820 in Anlehnung an die Bezeichnung der romanischen Sprachen als romanisch, also aus dem Römischen kommend.
Mit der Romanik ist das christliche Abendland erstmals seit der Antike architektonisch geeint. Der Stil setzt sich beinahe überall als erster Monumentalstil seit der Antike durch.
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