Katholischer Barock in Brandenburg: Klosterkirche Neuzelle

Kloster Neuzelle - Decke des Mittelschiffs mit Spitzbögen an den SeitenKatholisch, barock und neben dran auch noch eine Klosterbrauerei. Das passt nach Bayern. Gibt es aber – auch – in Brandenburg. Und zwar ganz weit im Osten in der Niederlausitz. Gegründet wurde das Kloster Neuzelle als Zisterzienserniederlassung. Und zwar schon im Jahre 1268. Das Kloster wurde damals von Markgraf Joachim dem Erlauchten in Angedenken an seine verstorbene Frau Agnes gestiftet. Die ersten Mönche kamen jedoch erst 1281 aus dem Kloster Altzelle in Sachsen. Zwischen 1300 und 1330 wurde eine dreischiffige Backsteinhallenkirche errichtet.

Mit dem Kloster ging es in den folgenden Jahrhunderten steil bergauf. Die Mönche erwarben umfangreichen Landbesitz. 30 Dörfer gehörten zum Kloster. Als einziges katholisches Kloster der Niederlausitz überstand Neuzelle die Reformation. Als 1635 die katholischen Habsburger Neuzelle an die protestantischen Wettiner abtrat, verpflichteten sich letztere, das Kloster zu erhalten.

Der gotische Bau ist heute noch erhalten, obwohl er kaum noch zu erkennen ist. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche zwar schwer beschädigt, zwischen 1655 und 1658 aber von Italienische Künstler mit Fresken und Stuckaturen versehen. Kurz darauf erfolgte sogar der vollständige Umbau im Stil des süddeutschen Barock. Der gotische UrKloster Neuzellesprungsbau kann nur noch im Innern anhand der Spitzbögen zwischen Mittel- und Seitenschiffen erkannt werden.

Obwohl das Kloster in Folge des Wiener Kongresses 1817 als eines der letzten Zisterzienserklöster in Deutschland säkularisiert wurde, blieben bis in die Gegenwart nicht nur die Kirche, sondern auch ein Großteil der übrigen Klosterbauten erhalten. Selbst das Kriegsende 1945 überstand die Kirche weitestgehend unbeschadet.

Auch heute noch ist die Klosterkirche in Neuzelle katholisch. Sehenswert ist auch die evangelische Pfarrkirche, die 1947 in der ehemaligen Leutekirche Zum heiligen Kreuz eingerichtet wurde. Die Klosterbrauerei gehört übrigens – im Unterschied zu Andechs – nicht zur Kirche.

Kloster Neuzelle

Bildnachweis: 12

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>