Die Sache mit der Rippe: Die Erschaffung Evas

Johann Heinrich Füssli - Die Erschaffung Evas (1793)„Das endlich ist Bein von meinem Bein und von Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen; denn vom Mann ist sie genommen.“ So wird Adam nach der Erschaffung Evas in der Genesis (Kaptel 1, Vers 23) in der Einheitsübersetzung zitiert. Was auf den ersten Blick ein wenig unlogisch klingt, erschließt sich, wenn man die Vokabeln im Hebräischen betrachtet. Dort sind die Worte für Mann – isch – und für Frau – ischáh – doch sehr ähnlich. Martin Luther löste das Übersetzungsproblem auf seine Weise, die auch nicht ganz zu überzeugen vermag: „… man wird sie Männin nennen, weil sie vom Mann genommen ist.“

Wie auch immer. Laut Altem Testament schuf Gott dem Adam eine gleichwertige Partnerin nachdem er festgestellt hatte, „dass es nicht gut ist, wenn der Mensch allein ist.“ Während ‚Adam’ nun soviel bedeutet wie ‚Mensch’, oder der ‚von der Erde genommene’, geht der Name Eva auf das hebräische Wort ‚chawah’ zurück, was ‚die Belebte’ heißt. Eva war also die Urmutter allen (menschlichen) Lebens.

Aberdeen Bestiary (12. Jh.)Bekanntlich schuf Gott Eva aus einer Rippe Adams. In der Kunst wird die Szene meist in diesem Moment dargestellt. Gott hat Adam in einen tiefen Schlaf sinken lassen und Eva entsteigt Adams Seite. Da das Ereignis noch vor dem Sündenfall stattfand, sind Eva und Adam nackt. Gottvater selber wird in der jeweiligen Mode der Zeit dargestellt. Mal jünger, mal älter, oft ähnlich des typischen Christus. Die ‚Erschaffung Evas’ war ein beliebtes Thema in der Kunst. Es fand seine Verbreitung in der Buchmalerei, in so manchem Skulpturen-Portal und auch in vielen gotischen Fenstern.

Quelle: Genesis 2,18 – 25

Bildnachweise: 1 -2

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