Schön war die Zeit: Adam und Eva im Paradies

29. März 2007

Der Garten Eden - Hieronymus Bosch (um 1500)Das Paradies ist auch heute noch sprichwörtlich. Eigentlich möchte jeder dorthin, wie auch immer. Gott legte diesen Park (nichts anderes bedeutet das aus dem Persischen stammende Wort paradeisos) zum Abschluss seiner Schöpfung in einer Gegend namens Eden an, weshalb der Ort auch Garten Eden genannt wird. Eden ist eine Bezeichnung aus dem Sumerischen und kann Steppe oder Wüste bedeuten, aber auch einen fruchtbaren, mit Bäumen bestandenen Ort. Im hebräischen Alten Testament wird das Wort gan verwendet, was Garten heißt. Ins Griechische wurde das Wort dann zum Paradies übersetzt.

Das Paradies hatte Gott extra für den Menschen geschaffen. Es sollte ein Ort sein, der friedvoll und geordnet ist. Mensch und Natur werden in Harmonie zueinander gezeigt. Das ist von großer Wichtigkeit, da der Mensch bekanntlich später sündigte und aus diesem Grund des Paradieses verwiesen wurde. Es gab also ein angenehmes Vorher und ein eher unangenehmes Nachher, für das die Menschheit selbst verantwortlich ist. Kein Wunder also, dass der Mensch ins Paradies zurückstrebt.

Auf Darstellungen des Garten Eden in der Kunst finden sich – wenn sie überhaupt abgebildet sind - Adam und Eva im Zustand der Unschuld: beide sind nackt und ohne Scham. Umgeben werden die beiden von üppigster Natur, bevölkert von Tieren aller Art, die nicht hungrig übereinander herfallen. Auch dies ist ein Zeichen für den Frieden und die Ordnung im Paradies. Manchmal ist auch Gottvater abgebildet, kurz nach der Erschaffung Evas, oder beim Verlassen des Gartens. Gelegentlich wird auch schon der bevorstehendenAdam und Eva im Garten Eden - Lucas Cranach d.Ä. (1530) Sündenfall angedeutet, indem ein Apfelbaum, der Baum der Erkenntnis, im Bild steht. Oft werden in einem Bild auch noch die nächsten Ereignisse gezeigt: Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies.

Die dargestellten Landschaften unterscheiden sich im Übrigen je nach Herkunft des Künstlers. Solche aus dem Norden Europas bevorzugten als Landschaft Wälder und viele Pflanzen. Künstler aus dem Süden zeigten das Paradies hingegen eher als Oase in einer Wüste oder Steppe.

Quelle: Genesis 2,8 – 15

Bildnachweis: 1 - 2

Diesen Beitrag drucken