Monatsarchiv für April 2007

Großmutter mit Tochter und Enkel: Anna selbdritt

Montag, den 30. April 2007

Anna selbdritt, Nikolaikirche Stralsund, Ende 13. Jahrhundert (Foto: Klugschnaker)Im 13. Jahrhundert entwickelt sich vor allem in Deutschland eine besondere Form des Andachtsbildes: die Mutter Marias erscheint mit Maria und dem Jesuskind in einer Darstellung, der sogenannten Anna selbdritt. Das Wort selbdritt ist hierbei ein veralteter Ausdruck für zu dritt.

Entstanden ist das Andachtsbild aus der Annenverehrung, die aber im 13. Jahrhundert zunehmend durch die Marienverehrung ergänzt wird. Ausgangspunkt ist die allgemeine Anerkennung der jungfräulichen Empfängnis Mariens. Neben Deutschland findet sich die Anna selbdritt auch in den Niederlanden, aber auch in Spanien und Italien. Im 14. Jahrhundert gewinnt die Annenverehrung deutlich an Schwung, wobei oft eine Anna selbdritt im Mittelpunkt der Altäre steht.

(more…)

Im Mittelalter schon fertig: Freiburger Münster

Montag, den 30. April 2007

Freiburger Münster, Wasserspeier (Foto: Michael Schmalenstroer)

Im beginnenden 13. Jahrhundert gewannen die Städte zunehmend Reichtum und Einfluss in deutschen Landen, nicht zuletzt im Südwesten des Reiches. Den Bürgern verlangte es in Folge nach Darstellung der eigenen Bedeutung. Sie wollten den Kaisern, Königen und hohen Geistlichen nicht mehr dabei zusehen, wie die eine größere und schönere Kirche nach der anderen zu errichten begannen. So entschied man sich auch in Freiburg zwischen 1210 und 1220 die ab 1120 recht kurz nach der Gründung der Stadt Freiburg begonnene Kirche durch einen Neubau im Stil der Spätromanik zu ersetzen. Allerdings war die Romanik zu der Zeit schon weitestgehend überholt, sodass ab 1230 die Kirche im gotischen Stil fortgeführt wurde. Spätromanische Reste sind heute das Querhaus und die Stümpfe der Chortürme.

(more…)

Wider die Versuchung: Josef und das Weib des Potifar

Sonntag, den 29. April 2007

Joseph und Potiphars Weib, Hans Sebald Beham, 1544Josef war von seinen Brüdern an Sklavenhändler verkauft worden. Die schleppten ihn nach Ägypten und verkauften ihn dort weiter an einen Hofbeamten des Pharaos mit Namen Potifar. Da Josef fleißig war und ihm dank Gottes Hilfe alles gelang, machte ihn Potifar bald zum Verwalter des Hauses und allen Besitzes.

Und Josef war ein schöner Mann. So warf bald die Frau des Potifar ein Auge auf ihn. Unverblümt forderte sie Josef auf, mit ihr zu schlafen. Josef wies sie zurück. All sein Denken und Handeln sei nur dem Haus gewidmet, sagte er ihr. Potifar hätte ihm seinen gesamten Besitz anvertraut mit Ausnahme natürlich seiner Frau. Wie könne er, Josef, dann dieses Vertrauen missbrauchen? Zudem sei es Sünde gegen Gott.

(more…)

Das Böse führt zum Guten: Josef wird von seinen Brüdern verkauft

Sonntag, den 29. April 2007

Freskenzyklus des Casa Bartholdy in Rom, Szene: Der Verkauf Josephs, Friedrich Overbeck, 1816-1817

Auch Jakob hat einen Lieblingssohn: Josef, den ersten Sohn seiner Frau Rahel. Klar, dass seine elf Brüder ihn beneiden. Als dann Josef auch noch von seinem Traum erzählt, in dem seine Brüder sich vor ihm verneigen, beginnen die Brüder ihn zu hassen. Sie nennen ihn den „Träumer“.

(more…)

Friede, Freude: Jakobs Versöhnung mit Esau

Sonntag, den 29. April 2007

Zusammentreffen von Jakob und Esau, Franceso Hayez, 1844

Nach dem Kampf mit dem ‚Mann’ überquert auch Jakob den Fluß und trifft auf der anderen Seite seine Familie wieder. Am darauffolgenden Tag kommt Esau mit seinen 400 Männern ins Lager Jakobs. Jakob nimmt seine Kinder und stellt sie vor ihre Mütter und die ganze Gruppe vor sein Lager dem Bruder entgegen. Allerdings müssen die Mägde mit ihren Söhnen, dich auch von Jakob sind, ganz vorne stehen, Lea mit ihren Söhnen dahinter und erst ganz hinten Jakobs Lieblingsfrau Rahel mit ihrem bislang einigen Sohn, Josef. Jakob selbst tritt vor die Gruppe und wirft sich sieben Mal vor seinen Bruder zur Erde, bis er Esau fast gegenübersteht.

(more…)

Nicht ganz fair: Jakobs Kampf mit dem Engel

Samstag, den 28. April 2007

Jakobs Kampf mit dem Engel, Rembrandt van Rijn, 1659Jakob nähert sich seiner Heimat. Es überkommt ihn die Angst, dass sein Bruder Esau sich an ihm für den mit einer List geraubten Segen des Vaters Isaak rächen will. Darum schickt Esau Boten los, die ihm melden, dass ihm Esau mit 400 Mann entgegen- zieht. Daraufhin entschließt sich Jakob, seine Herde als Geschenk an Esau vorauszuschicken und mit seinen Frauen und Kindern nachzukommen.

In der Nacht bringt Jakob seine Frauen, die beiden Mägde und die bislang elf Söhne über den Jabbock, einen Nebenfluss des Jordan. Jakob bleibt allen zurück.

(more…)

Noch eine Brunnenszene: Jakob und Rahel

Samstag, den 28. April 2007

Jakob und Rahel, Palme il Vecchio, um 1520-1525

Jakob musste vor seinem Bruder Esau fliehen, weil er sich durch einen Trick den Segen ihres Vaters Isaak erschlichen hatte. Auf den Rat seiner Mutter Rebecca ging Jakob zu ihrem Bruder Laban nach Haran. An einem Brunnen trifft er Rahel, die Tochter Labans. Jakob schiebt einen Stein beiseite und tränkt die Herde seines Onkels. Er nimmt bei seinem Onkel die Arbeit eines Hirten an.

(more…)

“Ich bin mit dir”, sagt Gott: Jakobs Traum von der Himmelsleiter

Freitag, den 27. April 2007

Die Jakobsleiter, William Blake, um 1790Isaak lag im Sterben und Rebeccea fürchtete, dass Esau nach dem Tod des Vaters, seine Drohnung wahr machen würde und sich an seinem Bruder Jakob rächte. Sie rät Jakob, zu ihrem Bruder Laban nach Haran zu gehen und dort eine Zeit lang zu bleiben. Jakob folgt dem Rat und macht sich auf den Weg. Als er müde wird, legt er sich zum hin und schläft ein.

Im Traum sieht Jakob eine Treppe, die von der Erde bis in den Himmel reicht. Engel steigen auf der Treppe auf und ab. Ganz oben auf der Treppe steht Gott. Er spricht zu Jakob. Er verspircht ihm, dass das Land, auf dem Jakob gerade liegt, ihm und seinen Nachkommen gehören wird.

(more…)

Rund 1500 Jahre: Santo Stefano Rotondo in Rom

Freitag, den 27. April 2007

Santo Stefano Rotondo, Tambour mit zugemauerten FensternDie Kirche steht auf dem Caelius, einem der sieben Hügel Roms. Wie bei so viele Bauten in der ewigen Stadt, umfasst auch die Geschichte von Santo Stefano Rotondo mehr als nur ein Jahrtausend. Bereits zwischen 468 und 483 wurde die Kirche auf den Überresten eines noch älteren Vorgängerbaus errichtet. Wie Grabungen während der jüngsten Renovierung gezeigt haben, war auch schon der Vorgängerbau eine Kirche, die in konstantinischer Zeit, also während der Herrschaft Kaiser Konstantin des Großen, im 4. nachchristlichen Jahrhundert errichtet worden war.

(more…)

Rebeccas List: Die Segnung Jakobs

Donnerstag, den 26. April 2007

Der blinde Isaak segnet Jakob, Rosé de Ribera, 1637

Als Isaak sein Ende nahen fühlt, befiehlt er seinem Lieblingssohn Esau auf die Jagd zu gehen. Dann solle er ihm aus dem Wild ein Mahl zubereiten und den Segen empfangen. Doch Isaaks Frau, Rebekka, hört davon. Sie fordert ihren Lieblingssohn, Jakob, auf, dem Bruder zuvorzukommen. Er solle sich segnen lassen, bevor der Bruder von der Jagd zurück sei. Isaak ist zwar fast blind, aber Jakob befürchtet, sein Vater könne ihn an der glatten Haut erkennen. Sein Bruder Esau hingegen ist am ganzen Körper behaart.

(more…)