Die Führungskritik: Kölner Dom
1. April 2007Freitag, 23.03.07 um 12:30 Uhr
Anbieter:
Die Führungen im Kölner Dom werden vom „Dombauverein“ angeboten und durchgeführt. Es gibt ein breit gefächertes Angebot an spezialisierten Führungen, die jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen (ausgewählte Termine, Anmeldung, etc.) besucht werden können. Die „Standardführung“ ohne Anmeldung findet ca. fünf Mal am Tag statt. Um eine solche handelt es sich auch bei der hier besprochenen.
Dauer:
Im Dom 90 Minuten sowie ca. 20 Minuten Diaschau im Anschluss im Vorführsaal des Dombauvereins in dessen Gebäude gegenüber dem Dom.
Anzahl der Teilnehmer:
Ca. 8 Teilnehmer. Sie wurde strukturiert durch die Auswahl mehrerer Highlights der Ausstattung des Domes und fand in Gänze innerhalb des Gebäudes statt.
Stationen:
Zu Beginn gab es als Einführung eine grobe Übersicht über die Baugeschichte sowie über die Bauteile, die in der ersten Bauphase (bis ca. 1510) erstellt wurden. Die ausgewählten Stationen für die weitere Führung waren:
- ein Pfeiler des Hauptschiffes mit Steinmetzzeichenein mittelalterliches Glasfenster
ein Bild aus dem Mosaikfußboden (19. Jhdt.) des Chorumgangs
der Chor mit Chorgestühl und Dreikönigsschrein
der Lochner-Altar (Altar der Stadtpatrone)
Didaktik und Methodik der Kirchenführerin/des Kirchenführers:
Allgemeiner Eindruck:
Aufgrund der Größe der Kirche und ihrer umfangreichen Ausstattung steht zu vermuten, dass jeder Führer sich seine eigenen Schwerpunkte aussucht, und somit durch den Besuch mehrerer Führungen für den Besucher die Möglichkeit besteht, sich einen umfangreichen Eindruck zu verschaffen. Die Auswahl der Schwerpunkte der besuchten Führung vermittelte einen relativ individuellen Eindruck. Trotzdem war eine gewisse Routine nicht zu verbergen, was bei diesem Bauwerk wohl auch nicht zu vermeiden ist. Demgegenüber stand jedoch eine starke Tendenz der Teilnehmer der Gruppe, mit eigenen Fragen zu unterbrechen, vorzugreifen oder abzulenken. Der Rezensent empfand zwar einige der Fragen als nicht sehr angebracht, im allgemeinen die Belebung der Führung dadurch jedoch als sehr angenehm. Die Führerin schwankte kontinuierlich zwischen recht freundlicher Beantwortung fast jeder Frage und recht unbeholfen-autoritären Versuchen, die von ihr als wichtig eingestuften Informationen anzubringen sowie die beabsichtigte Abfolge nicht zu gefährden.
Fazit:
Dieser Umstand bestimmt auch das Fazit der Führungsrezension: selbst für eine kleine Gruppe sind Größe und Baugeschichte des Domes sowie die Zahl der in ihm befindlichen Objekte bei weitem zu umfangreich, um der dadurch nötigen Vermittlung an Wissen gerecht zu werden. Wer jedoch keine Zeit oder Lust hat, sich durch das Studium der Veröffentlichungen vorzubereiten, wird auf eine Teilnahme an einer Führung nicht herum kommen. Und in fast jedem Fall wird sie wohl Lust auf mehr machen.
Bewertung:
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