Roter Stein im Sonnenlicht: Basler Münster
3. April 2007
Der rote Sandstein, aus dem die Kirche gebaut ist, leuchtet bei Sonnenschein schon von weitem. Zudem liegt die Kirche schön erhaben auf einem Hügel über dem Rhein. Der Münsterhügel selbst war aufgrund seiner guten Lage schon von den Kelten (1. Jahrhundert v.Chr.) besiedelt worden. Vielleicht im 7. Jahrhundert wurde der Bischofssitz an diesen Ort verlegt.
Der älteste (archäologisch) nachgewiesene Bau stammt aus der karolingischen Epoche und wird in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts datiert. Auftraggeber war ein Bischof von Basel und Abt von der Insel Reichenau mit Namen Haito. Nach ihm wird der Bau auch Haito-Bau genannt. Wie für die Epoche typisch bekam das karolingische Münster ein stattliches Westwerk, dessen Ausmaße den Straßenbau rund um die Kirche noch heute beeinflussen.
Zwischen 999 und 1025 wurde an selber Stelle eine zweite Kirche errichtet. Bischof Adelberto II. ließ einen Dom im ottonisch-frühromanischen Stil errichten. Nach seinem Fördere Kaiser Heinrich II., dem letzten Ottonen, wird die Kirche auch Heinrichsmünster genannt. Heinrich II. und dessen Frau Kunigunde, die beide heilig gesprochen wurden, weihte man die Kirche auch. Der Bau dieser Zeit verfügte über eine erweiterte Krypta, typisch für die Ottonik bzw. die Romanik. An der Nordwestecke entstand bis zum Ende des 11. Jahrhunderts ein Turm aus hellem Sandstein, der noch heute die Basis des Nordturms bildet.
Das Basler Münster der Gegenwart geht im Kern auf einen spätromanischen Bau aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts zurück. Leider brach die dreischiffige Kirche bei einem Erdbeben 1356 zu großen Teilen zusammen. Erhalten geblieben sind unter anderem die Wände des Mittelschiffes, die ein für die Spätromanik typisches Triforium aufweisen. Unter Leitung des Freiburger Dombaumeisters Johannes von Gmünd wurde der Dom im gotischen Stil ergänzt. 1363 erfolgte
bereits die Weihe des Hochaltars. Die Türme folgten allerdings später. Bis 1421 war der nördliche Georgsturm fertig, erst 1500 jedoch der nördliche Martinsturm. Im 15. Jahrhundert wurde auch der Kreuzgang errichtet.
Seit 1529 die Reformation in Basel Einzug hielt, ist die Kirche evangelisch-reformiert. Im 19. Jahrhundert wurde der Lettner im Innern versetzt und die Krypta unter der Vierung geschlossen. Im 20. Jahrhundert bemühte man sich den spätromanischen Zustand wieder herzustellen, die Vierungskrypta wurde wieder freigelegt.
Der auch in Basel einflussreiche Reformator Ulrich Zwingli lehnte jede Bilderverehrung ab. 1528 und 1529 wurden deshalb während des ‚Bildersturms’ genannten Ereignisses sehr viele religiöse Kunstwerke zerstört, allerdings weitaus weniger als zum Beispiel in den Kirchen der Stadt Zürich, wo Zwingli selbst ansässig war. Eigentlicher Reformator Basels war Johannes Oekolampand (1482-1531), der im Münster auch begraben ist.
Die Zeit überstanden hat nicht nur der Münsterschatz, sondern auch das Gallusportal, welches heute als bedeutendestes spätromanisches Figurenportal der Schweiz gilt. Dargestellt sind das Jüngste Gericht, die klugen und die törichten Jungfrauen und die vier Evangelisten.
Der Dom ist Begräbnisstätte vieler Bischöfe, wobei der älteste Sarkophag den 917 gestorbenen Bischof Rudolf II. beinhaltet. Im Baseler Münster fand auch Erasmus von Rotterdam, der 1536 in Basel starb, seine letzte Ruhestätte. Das Grub wurde erst 1974 wieder gefunden.
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