Symbol der Christenheit: das Kreuz

404px-christian_crosssvg.pngDie älteste bekannte Darstellung eines Gekreuzigten stammt aus der Zeit zwischen 200 und 250. Sie wurde auf dem Palatin in Rom gefunden und zeigt einen Mann an einem Kreuz der von einem anderen Mann angebetet wird. Die Inschrift sagt: „Alamenos betet seinen Gott an“. Der Mann am Kreuz hat einen Eselskopf. Es ist ein ‚Spottkreuz’. Es wurde von einigen Römer angefertigt, die mit der Darstellung wahrscheinlich einen ihnen bekannten Christen verspotten wollten.

Die frühen Christen scheuten die Darstellung der Leiden Christi. Solange das Kreuz noch eine praktizierte demütigende Hinrichtungsmethode für Sklaven und Aufständische war (römische Bürger durften nicht am Kreuz hingerichtet werden), blieben der Fisch und der Anker die Symbole für Christus, wobei der Fisch für Christus und der Anker auch Symbol für die Hoffnung in Christus waren. Später kam das Ankerkreuz auf, wo die Enden des Kreuzes in Anker ausliefen. Das Ankerkreuz wurde insbesondere auch als Zeichen für das Grab eines Christen verwandt.

312 soll Konstantin dann im Traum das Christusmonogramm (P mit einem Kreuz) erschienen sein, welches er sich auf seine Schilder malte und so die Schlacht an der Milvischen Brücke im Norden von Rom gewann. 325 fand die Mutter des Kaisers, die hl. Helena, in Jerusalem nicht nur die Grabeshöhle Christi, sondern auch das Kreuz. 325 wurde das Kreuz auf dem Konzil von Nicäa auch für die christliche Kunst etabliert. Seit der Völkerungszeit ab 375 ist das Kreuz dann generelles Symbol der Christen. Eine frühe Spottkreuz - Ritzung vom Palatin in Rom, um 200 bis 250 n.Chr. Text: „Alamenos betet seinen Gott an“Darstellung des Kreuzes findet sich am Portal der Kirche Santa Sabina in Rom aus dem Jahre 432. Die älteste bekannte nicht spottende Darstellung der Kreuzigung zeigt ein oberitalienisches Elfenbeinkästchen von ca. 420, welches heute im British Museum aufbewahrt wird.

Vor allem zwei Kreuzformen werden als Symbole verwandt: das lateinische Kreuz, bei dem der senkrechte Balken länger ist als der waagerechte, und das griechische Kreuz. Hier sind beide Balken gleich lang. Beide Kreuze haben zahlreiche Abwandlungen erfahren. Als ein Kreuzessymbol wird vielfach der Grundriss zahlreicher Kirchen angesehen. Das Langschiff, welches an der Vierung vom Querschiff durchdrungen ist, bildet wiederum ein lateinisches Kreuz. Zentralbauten mit kreuzförmigem Grundriss verfügen somit über einen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes.


In den Triumphkreuzen der Gotik bekommt das Symbol des Lebensbaums zunehmend Bedeutung. Da Christus mit der Auferstehung den Tod überwindet, wird aus dem todbringenden Marterwerkzeug Kreuz das Symbol des Lebens. Gezeigt wird das durch Sprosse oder Blätter, die amDie Auferstehung Christi,  Piero della Francesca, um.1420 – 1492 – der auferstandene Christus hat eine Siegesfahne (rotes Kreuz auf weißem Grund) in der Hand ganzen Kreuz entspringen können. Ein ähnlicher Bezug wird auch durch die spätmittelalterlichen Astkreuze hergestellt. Christus wird hierbei nicht an Balken, sondern an Äste gekreuzigt dargestellt. Auch die Astkreuze sollen das Kreuz mit einem Baum, der lebt – dem Lebensbau – gleichsetzen.

Das Kreuz ist in der Ikonografie auch bedeutend als Siegeszeichen. Christus hat mit seiner Auferstehung den Tod besiegt. Darum trägt Christus auf Darstellungen der Auferstehung, aber auch bei der Höllenfahrt und der Himmelfahrt das Kreuz als Kreuzstab oder als Kreuzfahne mit sich. Im Falle der Kreuzfahne ist es zumeist ein rotes Kreuz (Blut) auf weißem Grund (Unschuld, Sündenlosigkeit).

Auch das agnus dei, das ‚Lamm Gottes’, als Symbol für Jesus Christus und sein Opfer (Lamm als Opfertier) für die Menschheit trägt zumeist einen Kreuzstab oder einen Kreuzesfahne.

In der Gegenwart ist das Kreuz auch das einfache, beinahe säkulare Symbol des Todes und findet sich so beinahe in jeder Todesanzeige.

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