100 Meter Gewölbe: Kathedrale St. Peter in Exeter
12. April 2007Die englische Gotik ist nicht zuletzt für ihre außergewöhnlich dekorativen Gewölbeschöpfungen bekannt. Die Kathedrale St. Peter in Exeter kann sich nun rühmen, das längste, ununterbrochene Gewölbe der Welt zu besitzen. Über eine Länge von 100 Metern zieht sich das Gewölbe der Länge nach durch das Mittelschiff der Kathedrale. Dabei ist das Gewölbe nur 21 Meter hoch, was bei der Größe der Kirche ausgesprochen niedrig ist. Doch auch das ist ein Kennzeichen für die Gotik Englands, die insgesamt niedrigere Gewölbe schuf als das Höhen besessene Frankreich der gleichen Zeit.
Begonnen wurde die Kathedrale in Exeter jedoch1112 im romanisch-normannischen Stil. Davon zeugen heute noch die beiden Türme und Überreste an den Außenmauern des Langschiffes. Die Türme sind sehr ungewöhnlich angeordnet. Sie bildend den Überbau der Querschiffarme. Zuvor waren einige Vierungstürme eingestürzt, wie sie eigentlich für die englischen Kathedralen typisch sind. Mit dem gotischen Neubau wurde 1224 begonnen. Zunächst wurde die Ostkapelle (sog. Lady-Chapell) gebaut, dann ab 1280 oder 1290 das Langhaus auf den Grundmauern des romanischen Vorgängerbaus. Zwischen 1270 und 1280 wurde das Chapterhouse (Kapitelhaus) eingefügt.
Das heutige Langhaus ist zweifelsfrei Gotik, auch wenn das Gewölbe erst 1369 fertig war. Umstritten ist, ob das Langhaus der Early English Periode oder dem Decorated Stile zugeordnet werden muss. Die Gewölbe sind als Fächergewölbe ausgestaltet. Jedes Joch verfügt über 13 Rippen. Optisch treten die Joche gegenüber den Gewölbefächern weit zurück, was auch in der Absicht der Architekten lag. Die heutige Bemalung unterstreicht noch die Wirkung, die Licht und Schatten auf das Gewölbe haben.
Bedeutendes Ausstattungsstück ist die Sängerempore, die um 1340 entstand. Die noch heute vom Kirchenchor genutzte Empore ist mit einem Relief geschmückt, welches elf musizierende Engel zeigt. Interessant ist auch die astronomische Uhr aus den Jahren um 1480, die heute noch funktioniert, allerdings nicht mehr mit dem originalen Uhrwerk.
Die Westfassade hingegen, die 1327 begonnen und 1346 vollendet wurde, ist vor allem in ihrem unteren Teil eines der Lehrbuchbeispiel für den Decorated Stile. Drei Figurenreihen übereinander bilden ein prächtigen Fassadenschmuck. Weiter oben befindet sich in der Fassade ein großes Stirnfenster mit reichem Maßwerk aus dem späten 13. Jahrhundert.
The Cathedral Church of Saint Peter in Exeter
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