Schön, jung und verehrt: Barbara

14. April 2007

Sigmaringer Hausaltärchen, Bild um 1531 - hl. Barbara mit Hostie und KelchDie hl. Barbara und der hl. Christopherus teilen das gleiche Schicksal: wahrscheinlich hat es die beiden berühmten Heiligen nie gegeben; wahrscheinlich sind ihre Lebenswege nur schöne Legenden. Um den Lebenweg der hl. Barbara haben sich besonders viele Legenden gesponnen. Zahlreiche Brauchtümer gehen auf die Heilige zurück. Seit 1969 ist ihr Gedenktag, der 4. Dezember, jedoch aus dem offiziellen Festkalender gestrichen.

Gelebt haben soll Barbara am Ende des 3. nachchristlichen Jahrhunderts in Nikomedia, dem heutigen İzmit in der Türkei. Dort soll ihr Vater ein König, ein Angehöriger der kaiserlichen Leibgarde, oder doch zumindest ein reicher Kaufmann gewesen sein. Zum Christentum soll sie durch den bekannten Theologen Origenis aus Alexandria gekommen sein.

Die Legenden beschreiben die Heilige übereinstimmend als eine schöne und kluge Frau, die viele Verehrer hatte. Doch Barbara fühlte sich zu höherem berufen. Der Vater versuchte seine Tochter daraufhin vom Einfluss des Christenturms abzuschirmen. Angeblich ließ er einen Turm bauen, in den er seine Tochter sperrte. Doch im Turm festigte sich noch der Glaube der jungen Frau, sodass sie sogar ein drittes Fenster hineinbrach. Die drei Fenster sollten die hl. Dreieinigkeit symbolisieren.

Daraufhin wollte der Vater seine Tochter erschlagen, die jedoch fliehen konnte. Sie versteckte sich in einer Höhle. Ein Hirte verriet ihr Versteck, woraufhin er in einen Mistkäfer oder eine Heuschrecke verwandelt wurde. Der Vater brachte Barbara zum Statthalter, der sie zum Tode verurteilte. Barbara wurde grausam gefoltert, doch ihre Wunden heilten stets. Schließlich wurde die Heilige enthauptet, angeblich durch den eigenen Vater, den anschließend sofort ein Blitz in Asche verwandelte. Ihre Standhaftigkeit und der Blitz tDie sixtinische Madonna, Raffael, 1513,14 - hl. Barbara rechts, der Turm ist fast vom Vorhang verdecktrugen Barbara das Patronat der Artillerie ein. Das Versteck in der Höhle machte sie zur Schutzheiligen der Bergleute.

Das Brauchtum kennt unter anderem den Barbara-Zweig eines Apfel- oder Kirschbaumes, der an ihrem (ehemaligen) Festtag, dem 4. Dezember, geschnitten wurde und in eine Vase gestellt wurde. Zu Weihnachten wurden dann die aufgegangen Blüten gezählt. Umso mehr, umso fruchtbarer würde das nächste Jahr werden.

Die hl. Barbara ist eine der 14 Nothelfer.

Dargestellt wird die Heilige zumeist mit ihrem Turm und den drei Fenstern, aber sehr oft auch mit einem Abendmahlskelch und der Hostie (ein scheibenförmiges Stück Brot). Oft erscheint die hl. Barbara zusammen mit der hl. Katharina und der hl Margarete.

Tag. 4. Dezember (nicht offiziell)

Patronin es Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie; der Bergleute, Geologen, Bauern, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Artilleristen und Waffenschmiede; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine gute Todesstunde; gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod.

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