Der berühmteste Thebäer: Mauritius oder Moritz

Empfang des Hl. Erasmus durch Hl. Mauritius, Matthias Grünewald, um 1517-1523Sein Geburtsort soll Theben in Ägypten gewesen sein. Dort wurde er Anführer der römischen 22. Legion, die im dritten nach- christlichen Jahrhundert in und um Theben herum ausgehoben worden sein soll. Nach ihrer Herkunft wird die Legion auch Thebäische Legion genannt und soll ausschließlich aus Christen bestanden haben.

Die Thebäische Legion soll aus rund 6600 Mann bestanden und gerade die Alpen überquert haben, als Kaiser Maximian, Mitregent des berüchtigten Diokletian, die Legion zur Christenverfolgung befahl. Die Angehörigen der Thebäischen Legion weigerten sich jedoch, ihre Glaubensbrüder und –schwestern zu töten und weigerten sich auch, den heidnischen Göttern zu opfern. Daraufhin ließ laut Legende Maximian jeden zehnten Mann der Legion zur Abschreckung hinrichten. Die Männer aber blieben standhaft. Maximian wiederholte die Maßnahme dann angeblich so oft, bis kein Thebäer mehr am Leben war.

Ort des Geschehens war Agaunum, welches heute als St-Maurice im Wallis liegt und nicht mit dem mondänen Wintersportort im Schweizer Kanton Graubünden verwechselt werden sollte. Die Mauritius auf dem Mauritiusschrein im Kloster St. Maurice, 12. Jahrhundert (Foto: Lothar Spurzem)Legenden geben als Zeitpunkt des Martyriums 302 oder 303 n.Chr. an.

Weitere Soldaten der Legion starben den Märtyrertod, nachdem sie zuerst den Hinrichtungen entkommen waren, aber an anderen Orten. Bekannt sind Felix und Regula in Zürich und Norbert von Xanten in Xanten. Auch Geron (als Offizier) in Köln sowie Cassius und Florentius in Bonn sollen Angehörige der Thebäischen Legion gewesen sein. Alle genannten Heiligen sind auch Patrone ihrer Städte.

Mauritius, der in Deutschland auch Moritz und in Frankreich Maurice genannt wird, wird schon seit dem 4. Jahrhundert verehrt. Über den 380 n.Chr. aufgefundenen Gebeinen wurde eine Kirche und ein Kloster errichtet. Der Heilige wurde 888 Schutzheiliger des Burgund und soll den Truppen Kaiser Otto I., genannt der Große, 955 geholfen haben, die Schlacht auf dem Lechfeld zu gewinnen. Als päpstlich anerkannter Patron des Herrschergeschlechts der Ottonen, wurde Mauritius auch Patron des von Otto gestifteten Magdeburger Doms.

Wappen der Stadt CoburgIn der Kunst wird Mauritius seit dem 13. Jahrhundert zumeist als ‚Mohr’ dargestellt, was sich von der Bezeichnung Mauretanier ableitet. Im Magdeburger Dom steht bereits seit 1250 eine Skulptur, die Mauritius eindeutig als Schwarzafrikaner zeigt. Er findet sich so auch in vielen Wappen, unter anderem im Stadtwappen von Coburg. Während der Zeit des Nationalsozialismus musste Coburg sein Wappen durch ein Schwert vor einem Hakenkreuz ersetzen. 1945 wurde diese Änderung wieder rückgängig gemacht.

Tag: 22. September

Patron von Burgund, von Coburg und Wiesbaden; der Soldaten, Waffen- und Messerschmiede, Kaufleute, Färber, Hutmacher, Tuchweber, Wäscher und Glasmaler; der Pferde und Weinstöcke; in Kämpfen, bei Pferdekrankheiten; gegen Besessenheit, Gicht und Ohrenleiden

Bildnachweis: 123

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