Den heutigen Betrachter erfüllt die Geschichte ein wenig mit Befremden, geht es doch beiläufig um Inzest. Zunächst einmal werden jedoch zwei Städte – Sodom und Gomorra – buchstäblich ausgelöscht. Gott will die Bewohner strafen, die über alle Maßen lasterhaft geworden sind. In der Stadt Sodom wohnt jedoch auch die Familie des Lot, eines Neffen von Abraham. Der erfährt von den drei Engeln, die ihn zuvor besucht haben, von Gottes Absicht an den beiden Lasterhöllen ein Exempel zu statuieren. Darum betet er um das Leben der Gerechten, wobei es zu einem regelrechten Gefeilsche zwischen Abraham und den Engeln kommt.
Schließlich gehen die Engel nach Sodem und finden Einlass im Haus des Lot. Doch die Menschenmenge wollen „Verkehr“ mit den Engeln haben und wollen schon über Lots Haus herfallen, als sie mit Blindheit geschlagen werden. Die Engel veranlassen Lot, dessen Frau und die beiden Töchter zur Flucht. Sie sollen sich aber auf keinen umschauen. Ein Gebot, welches Frau Lot allerdings bricht, sobald das Feuer vom Himmel fällt, und Sodom und Gomorra vernichtet. Daraufhin erstarrt sie sofort zu einer Salzsäule, als solche sie auf vielen Bildern zum Thema als kleine Randfigur erscheint und oft vom Betrachter erst mal gesucht werden muss.
Lot und seine Töchter sind zuerst in einen Ort namens Zoar geflohen, ziehen aber weiter in die Berge.
Dort beginnt der delikatere Teil der Geschichte: die Töchter Lots befürchten ohne Nachkommen zu bleiben und beschließen, den Vater zuerst trunken zu machen und sich dann „zu ihm zu legen“. Beide Töchter werden schwanger und gebären die Söhne Moab und Ben-Ammi, die zu den Stammvätern der Moabiter und der Ammoniter werden sollen.
In der Kunst wird die Zerstörung der beiden Städte oft nur als Hintergrundthema der List der beiden Lot-Töchter dargestellt. Die Geschichte zerfällt dabei oft auch in die Szenen der Zerstörung, der Flucht der Familie, der Salzsäule und der Töchter-List. Einige oder alle Szenen können in einer Darstellung zu finden sein. In der Renaissance bekommt die Darstellung eine deutlich erotischere Ausrichtung.
In der christlichen Überlieferung wird die Zerstörung Sodom und Gomorras oft als Vorankündigung der Bestrafung der Sündigen beim Jüngsten Gericht betrachtet.
Quelle: Genesis 18, 16-33; 19, 1-29; 19, 30-38
