Unerwünscht und vertrieben: Hagar und Ismael

22. April 2007

Die drei Engel waren da und verkündeten Sara die Geburt eines Sohnes. Doch Sara glaubte nicht mehr daran, sie war auch schon alt. Da schickte sie ihre ägyptische Magd Hagar zu Abraham, auf dass er sie als Konkubine Die Verstoßung von Hagar und Ismael, Guercino, 1685nähme. So könnte Abraham doch noch zu einem Sohn kommen, denn es galt der Brauch, dass kinderlose Frauen ihren Männern ihre Mägde zuführten. Die daraus entstandenen Söhne waren dann rechtlich Kinder ihrer Herrin. Als Sara jedoch bemerkte, dass Hagar tatsächlich schwanger geworden war, behandelt sie sie schlecht. Hagar läuft davon, doch ein Engel fordert sie auf, zurück zukehren. Sie bekommt einen Sohn, den Abraham Ismael nennt, was soviel wie ‚Gott hört’ heißt. Nun wird auch Sara, der Prophezeiung folgend, schwanger. Isaak wird geboren.

Als Sara eines Tages Ismael herumlaufen sieht, wird sie erneut eifersüchtig. Warum sollen beiden Söhne Erben Abrahams sein? Sara verlangt von Abraham, Hagar und ihr Kind zu verstoßen. Zuerst will Abraham nicht, aber Gott fordert ihn auf, seiner Frau zu gehorchen. Zum Ausgleich soll auch Ismael Stammvater eines großen Volkes werden, der Ismaeliter.

Hagar mit Ismael in der Wüste, Giovanni Battista Azzi (1781-1857) zugeschriebenHagar und Ismael irren durch die Wüste. Kurz vor dem Ende legt Hagar ihren Sohn in den Sand und zieht sich zurück. Sie kann nicht mit ansehen, wie Ismael verdurstet. Da hört Gott das schreiende Kind (daher der Name Ismael) Er schickt einen Engel, der Hagar und Ismael einen Brunnen zeigt. Ismael gilt als Stammvater der Araber.

In der Kunst wird die Geschichte in mehren Szenen gezeigt: Sara führt Hagar Abraham zu, Hagar flieht in die Wüste, Abraham schickt Hagar und Ismael fort und der Engel, der den beiden den Brunnen zeigt. Viele Künstler nutzten die Geschichte, um besonders eindringliche und einfühlsame Kunstwerke zu schaffen.

Quelle: Genesis 16; 21, 9-21; 26, 7-18

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