Im letzten Moment: die Opferung Isaaks

24. April 2007

Die Opferung Isaaks, Marc Chagall, 1960-66Dramatischer geht es nicht: Gott will Abraham auf die Probe stellen. Er befiehlt Abraham, seinen eigenen Sohn Isaak zu opfern, auf den er und seine Frau Sara so lange warten mussten. Doch Abraham kennt seine Pflicht. Am nächsten Morgen spaltet er Holz für das Brandopfer, sattelt den Esel und macht sich mit zwei jungen Knechten auf den Weg. Nach drei Tagen weist er die Knechte an, auf ihn zu warten und geht mit Isaak weiter. Als sie den von Gott genannten Ort erreicht haben, errichtet Abraham den Altar und schichtet das Holz auf. Schließlich entkleidet er Isaak, legt ihn auf den Altar und setzt das Messer an.

Im letzten Moment schickt Gott jedoch einen Engel, der Abraham in den Arm fällt. Abraham blickt daraufhin auf und sieht einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hat. Er bringt ihn als Brandopfer dar.

Die Opferung Isaaks, Rembrandt van Rijn, 1635Die Szene der Opferung Issaks ist die am öftesten dargestellte Szene aus der Geschichte Abrahams. Nicht nur, dass sich an ihr ein spannendes Ereignis zeigen lässt, sie bietet sich insbesondere auch an, ausdrucksstark Gefühle der Angst und des Schreckens darzustellen. Gezeigt wird so insbesondere der Moment, an dem Abraham seinen Sohn Isaak töten will und der Engel Isaak rettet. Auch der Widder wird oft gezeigt. Der rettenden Engel zeigt oft auf den Widder, während er Abraham den Arm mit dem Messer festhält.

Im Mittelalter wurde die Geschichte als eine Vorankündigung des Kreuzestodes Christi verstanden. Doch symbolisiert wird nicht nur der Tod Christi, sondern mit der Rettung Isaaks durch den Engel auch die Auferstehung. In dem Widder wurde das Agnus Dei, das Lamm Gottes wiedererkannt, welches gleichsam ein Symbol für den Opfertod Christi ist.

Quelle: Genesis, 22, 1-19

Bildnachweis: 1 - 2

 

Diesen Beitrag drucken