Viel zu billig: Der Verkauf des Erstgeburtsrechts

26. April 2007

Esau and Jacob, Matthias Stomer, um 1640

Isaak war glücklich, dass er eine Frau gefunden hatte: Rebecca. Doch leider sollten beide für lange Zeit keine Kinder bekommen. Als Rebecca dann doch schwanger wird, stellt sich bald heraus, dass sie Zwillinge erwartet. Denn die beiden rangeln schon im Mutterleib miteinander. Gott prophezeit daraufhin der werden Mutter, dass in ihrem Bauch zwei Völker heranreifen und der ältere Stamm werde dem jüngeren dienen müssen.

Erstgeborener wird Esau. Er ist am ganzen Körper mit rötlichen Haaren behaart. Doch sein Bruder, Jakob genannt, folgt ihm sogleich. Beide wachsen heran. Esau wird ein Jäger, Jakob ein Hirte. Jakob, der gerne Wild isst, hat seinen Sohn Esau lieber als den anderen. Esau wird auch Edom, der ‚Rote’ genannt. Von ihm stammen die Edomiter ab. Rebecca hält eher zu ihrem ruhigeren Sohn Jakob.

Esau bittet Jakob um das Linsengericht, Rembrandt van Rijn, um 1648-1650Eines Tages kommt Esau erschöpft und hungrig nach Hause. Jakob hat sich ein Linsengericht bereitet, welches Esau begeht. Er bittet Jakob um etwas von der Speise, doch der verlangt als Gegenlohn dessen Erstge- borenenrecht. Esau willigt ein, ohne sich dabei etwas zu denken. Ohne Linsen würde er vor Hunger sterben. Was solle er da noch mit seinem Erstgeborenenrecht? Jakob nimmt Esau jedoch einen Schwur ab. Esau isst, er trinkt und geht.

Das ‚Linsengericht’ ist später sprichwörtlich geworden. Etwas sehr Wertvolles wird gegen fast nichts getauscht. Dem Erstgeborenen stand damals das Recht zu, dem Vater als Familienoberhaupt zu folgen und er bekam den doppelten Anteil des Erbes.

In der Kunst wird die Szene nicht so häufig dargestellt, wie die folgenden aus dem Erzählungskreis um den dritten der Patriachen Jakob.

Quelle: Genesis 25, 27-34

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