Jakob nähert sich seiner Heimat. Es überkommt ihn die Angst, dass sein Bruder Esau sich an ihm für den mit einer List geraubten Segen des Vaters Isaak rächen will. Darum schickt Esau Boten los, die ihm melden, dass ihm Esau mit 400 Mann entgegen- zieht. Daraufhin entschließt sich Jakob, seine Herde als Geschenk an Esau vorauszuschicken und mit seinen Frauen und Kindern nachzukommen.
In der Nacht bringt Jakob seine Frauen, die beiden Mägde und die bislang elf Söhne über den Jabbock, einen Nebenfluss des Jordan. Jakob bleibt allen zurück.
Plötzlich kommt ein Mann, der mit Jakob zu ringen beginnt. Beide ringen bis zum Morgen. Da merkt der Mann, dass er Jakob durch den Ringkampf nicht bezwingen kann und schlägt ihm nicht ganz unfair so stark auf die Hüfte, dass Jakob sich das Hüftgelenk ausrenkt.
Doch Jakob will den Mann nicht loslassen, bevor der ihn nicht gesegnet hat. Der Mann fragt daraufhin Jakob nach seinem Namen und erklärt daraufhin: „Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel; denn mit Gott hast du gestritten und hast gewonnen.“ Jakob erkennt, dass er Gott Angesicht zu Angesicht gesehen hat und „doch bin ich mit dem Leben davongekommen.“ Israel ist Hebräisch und bedeutet Gottesstreiter.
Von den Geschichten um Jakob ist der Kampf mit dem Engel eine der am häufigsten dargestellten. Anfangs wurde der Gegner Jakobs in der christlichen Kunst auch noch als Mann gezeigt, so wie es ein wenig geheimnisvoll auch in der Bibel steht. Später wurde der Mann zunehmend zu einem Engel, der symbolisch für das Göttliche steht. Das Göttliche ringt also mit dem Menschlichen. Der Kampf bleibt letztendlich unentschieden und kann so sinnbildlich auch für den tagtäglichen Kampf eines jeden Gläubigen mit seinem Glauben verstanden werden.
Für die biblische Geschichte entscheidend ist, dass Jakob von nun an Israel heißen wird und damit zum Stammvater aller Stämme Israels ausgerufen wird.
Quelle: Genesis, 32, 23-33

