Noch eine Brunnenszene: Jakob und Rahel

Jakob und Rahel, Palme il Vecchio, um 1520-1525

Jakob musste vor seinem Bruder Esau fliehen, weil er sich durch einen Trick den Segen ihres Vaters Isaak erschlichen hatte. Auf den Rat seiner Mutter Rebecca ging Jakob zu ihrem Bruder Laban nach Haran. An einem Brunnen trifft er Rahel, die Tochter Labans. Jakob schiebt einen Stein beiseite und tränkt die Herde seines Onkels. Er nimmt bei seinem Onkel die Arbeit eines Hirten an.

Jakob hat inzwischen Rahel lieb gewonnen. Nach einem Monat Probearbeit verabredet er mit Laban, dass er sieben Jahren für seinen Onkel arbeiten würde und dann könne er mit Rahel als Frau zurück in seine Heimat gehen. Nach sieben Jahren gibt Laban Jakob seine Tochter Lea zur Frau, da die ältere Tochter vor der jüngeren verheiratet werden muss. Eine Woche später bekommt Jakob dann endlich auch seine geliebte Rahel zur Braut. Dafür muss er allerdings noch einmal sieben Jahre in den Diensten Labans verbringen. In der Zeit bekommt Lea sieben Söhne von Jakob, während Rahel unfruchtbar bleibt. Erst nach Ablauf der Dienstzeit für Laban wird Rahel schwanger und Joseph wird geboren. Während der 14 Jahre Arbeit für Laban wird Jakob ein reicher Mann, denn zu der Vereinbarung gehörte auch, dass Jakob während seiner Hirtentätigkeit alle schwarz gescheckten und dunkelen Schafe sowie alle weiß gescheckten Ziegen behalten dürfe. Auch hier wendet Jakob eine List an: er nimmt Zweige von verschiedenen Bäumen, schält die Rinde ab und tut die geschälten Zweige den Tieren ins Trinkwasser. Durch das Rindenextrakt sollen die Nachkommen aller Schafe und Ziegen, die sich an der Tränke gepaart haben, gescheckt worden sein.

Fresken zu biblischen Szenen im Bischofspalast von Udine, Szene: Rahel verbirgt die Idole, Giovanni Battista Tiepolo, 1726-1728

Als es zu Streit zwischen Jakob und Laban kommt, bricht Jakob eines Tages mit seiner ganzen Familie in die alte Heimat, das Land Abrahams und Isaaks auf. Rahel stielt dabei heimlich ihrem Vater die Götterbilder, da diese dem legitimen Erben zustehen, nämlich ihrem Sohn. Laban reitet Jakob hinterher, holt ihn ein und bezichtigt Jakob des Diebstahls. Er fordert die Herausgabe der Götterbilder. Der vom Diebstahl nichts wissenden Jakob fordert Laban auf, das Lager zu durchsuchen, doch die Suche bleibt erfolglos. Laban und Jakob vertragen sich wieder, schließen ein Vertrag und trennen sich.

Die Kunst bevorzugte in der Geschichte, wie schon bei den Ereignissen um Rebecca, Elieser und dessen Brautwerbung für Isaak, die Darstellung einer Brunnenszene, zumeist in üppiger Landschaft. Am Rande können auch andere Szenen aus der Erzählung zu sehen sein, wie die Verfolgung Jakobs und seiner Frauen durch seinen Onkel Laban.

Hin und wieder wird auch die Szene gezeigt, wie Laban das Lager durchsucht. Rebecca hat sich hierbei auf die gestohlenen Götterbilder gesetzt und gesagt, dass sie ihre Menstruation hat. Deshalb darf sie sitzen bleiben und die Bilder bleiben verborgen.

Manchmal wird auf den Darstellungen auch Juda gezeigt, der vierte Sohn Jakobs und Stammvater des bevölkerungsreichsten Stammes Israels, die aus den zwölf Söhnen Jakobs hervorgehen sollen. Aus dem Stamm Juda werden auch der König David sowie Jesus hervorgehen.

Quelle: Genesis 29-31

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>