Das Böse führt zum Guten: Josef wird von seinen Brüdern verkauft

Freskenzyklus des Casa Bartholdy in Rom, Szene: Der Verkauf Josephs, Friedrich Overbeck, 1816-1817

Auch Jakob hat einen Lieblingssohn: Josef, den ersten Sohn seiner Frau Rahel. Klar, dass seine elf Brüder ihn beneiden. Als dann Josef auch noch von seinem Traum erzählt, in dem seine Brüder sich vor ihm verneigen, beginnen die Brüder ihn zu hassen. Sie nennen ihn den „Träumer“.

Eines Tages schickt Jakob Joseph aus, nach seinen Brüdern zu schauen, die die Herden bei Sichem weiden. Als seine Brüder ihn kommen sehen, verabreden sie, ihn zu töten. Die Brüder ergreifen Joseph, ziehen ihm den Rock aus, den Jakob extra für ihn hat anfertigen lassen und werfen ihn in einen Brunnen. Anstatt ihn aber umzubringen, verkaufen sie ihren Bruder an vorbeiziehende Kaufleute.

Nach Hause zurückgekehrt müssen die elf ihrem Vater Jakob erklären, wie ihr Bruder umgekommen ist. Sie erzählen ihm, dass Josef von wilden Tieren zerrissen worden ist und präsentieren ihm den Rock, den sie vorher in Ziegenblut getränkt haben. Jakob ist untröstlich und will selber sterben.

Das frühe Christentum hat die Geschichte als Vorankündigung der Passion Christi betrachtet. Dabei wurden die Ereignisse, als Josef in den Brunnen geworfen und wieder herausgezogen wurde, als Grablegung und Auferstehung Christi gedeutet.

Tatsächlich versteht sich die Geschichte in ihrem Sinn erst, wenn auch ein Blick auf das Ende geworfen wird. Die elf Brüder wollten zwar ihren Bruder vernichten und hatten Böses im Sinn, Gott jedoch verfolgte Gutes. Josef, der als Folge der Tat zu den Ägyptern gelangte, wird später das Volk Israel retten.

Die Kunst zeigt verschiedene Szenen aus der Geschichte: Josef als Träumer, die Brunnenwerfung, den Verkauf an die Kaufleute und den blutgetränkten Rock vor Jakob.

Quelle: Genesis 37,1-36

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