Wider die Versuchung: Josef und das Weib des Potifar
29. April 2007
Josef war von seinen Brüdern an Sklavenhändler verkauft worden. Die schleppten ihn nach Ägypten und verkauften ihn dort weiter an einen Hofbeamten des Pharaos mit Namen Potifar. Da Josef fleißig war und ihm dank Gottes Hilfe alles gelang, machte ihn Potifar bald zum Verwalter des Hauses und allen Besitzes.
Und Josef war ein schöner Mann. So warf bald die Frau des Potifar ein Auge auf ihn. Unverblümt forderte sie Josef auf, mit ihr zu schlafen. Josef wies sie zurück. All sein Denken und Handeln sei nur dem Haus gewidmet, sagte er ihr. Potifar hätte ihm seinen gesamten Besitz anvertraut mit Ausnahme natürlich seiner Frau. Wie könne er, Josef, dann dieses Vertrauen missbrauchen? Zudem sei es Sünde gegen Gott.
Die Frau gab aber nicht nach. Tag für Tag versuchte sie Josef zum Schäferstündchen zu überreden. Einmal hielt sie sogar sein Gewand fest, damit er nicht fortlaufen konnte. Josef aber gan das Gewand auf und rannte aus dem Gemach.
Doch die Zurückgewiesene sinnt auf Rache. Gegenüber allem Gesinde und auch ihrem Mann, verbreitet sie, Josef hätte versucht, sie zu verführen. Daraufhin lässt Potifar Josef gefangen nehmen und im königlichen Kerker einkerkern. Aber auch der Gefängnisleiter muss schließlich Josefs Qualitäten anerkennen. Er überträgt ihm die Aufsicht über alle Gefangenen.
Im alten Testament taucht die Geschichte der verführerischen, fremden Frau als Versuchung öfters auf. Besonders seit der Renaissance greifen die Künstler die Geschichte gerne auf, um sie auf delikate und erotisierende Weise darzustellen. Das eigentliche Thema ist aber der Sieg der Tugend über die Sünde.
Quelle: Genesis 39,7-20
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