Monatsarchiv für April 2007

Viel zu billig: Der Verkauf des Erstgeburtsrechts

Donnerstag, den 26. April 2007

Esau and Jacob, Matthias Stomer, um 1640

Isaak war glücklich, dass er eine Frau gefunden hatte: Rebecca. Doch leider sollten beide für lange Zeit keine Kinder bekommen. Als Rebecca dann doch schwanger wird, stellt sich bald heraus, dass sie Zwillinge erwartet. Denn die beiden rangeln schon im Mutterleib miteinander. Gott prophezeit daraufhin der werden Mutter, dass in ihrem Bauch zwei Völker heranreifen und der ältere Stamm werde dem jüngeren dienen müssen.

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Ottonik in Meisterschaft: St. Michaelis in Hildesheim

Mittwoch, den 25. April 2007

St. Michaelis, HildesheimIn ferner, ferner Zukunft, im Jahre 2014, wird es die St. Michaliskirche in Hildesheim zu noch höheren Weihen führen: das Gotteshaus kommt stellvertretend für das Bundesland Niedersachsen auf eine 2-Euro-Münze. Herzlichen Glückwunsch! Verdient hat es die Kirche auf jeden Fall. Ist sie doch kunstgeschichtlich eine der bedeutendsten Kirchen Deutschlands.

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Eheanbahnung auf orientalisch: Rebecca am Brunnen

Mittwoch, den 25. April 2007

Eliezer und Rebekka („Wiener Genesis“, Syrien, 6. Jh.)Abraham war sehr alt geworden und sein Sohn Isaak immer noch ohne Ehefrau. Da Abraham für seinen Sohn keine Kanaaniterin wollte, sondern eine Verwandte, nimmt er seinem Diener Elieser den Schwur ab, aus der alten Heimat eine Frau für Isaak zu holen. Elieser bricht mit seiner Karawane und vielen Geschenken nach Mesopotamien auf. Als Elieser eines Abends in die Stadt Nahors, des Bruder Abrahams kommt, bittet er Gott, ihm die Frau zu zeigen, die für Isaak bestimmt ist. Der Abend ist auch die Zeit, an der die jungen Frauen zum Brunnen gehen, um Wasser zu schöpfen. Eine der jungen Frauen, Rebecca, gibt Elisier, seinen Gefährten und den Kamelen zu trinken. Für Elieser ist es das erbetene Zeichen. Er bietet Rebecca die mitgebrachten Geschenke an und fragt nach ihrem Vaterhaus.

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Französische Gotik und doch spanisch: Kathedrale von Burgos

Dienstag, den 24. April 2007

Das kommt dabei raus, wenn französische Gotik auf spanischen Gestaltungswillen trifft. Auf der einen Seite eine Kathedrale, die allem schmückenden Beiwerk entkleidet, eindeutig dem Kathedralschema des Kathedrale von Burgos - Westfront (Foto: Juan Garcia)Frankreichs der Gotik folgt, auf der anderen Seite eine Kirche, die reichst mit urspanischem Schmuckwerk ausgestattet wurde.

Begonnen wurde der Bau 1221 an Stelle einer älteren, romanischen Kirche. Doch schon neun Jahre später, kurz nachdem die Chorapsis abgeschlossen und der Hochaltar geweiht war, kamen die Arbeiten zum erliegen. 200 Jahre sollte sich nichts an der Kirche tun. Erst 1435, als der damalige Bischof von Burgos, Alfons de Cartegna, vom Konzil in Basel zurückkehrte und dabei vom deutschen Baumeister Johann von Köln, genannt Juan de Colonia, begleitet wurde, fand der Bau eine Fortsetzung. Schon Alfons Vorgänger hatte Berührung mit der französischen und süddeutschen Gotik gefunden und so seinen Nachfolger beeinflusst.

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Im letzten Moment: die Opferung Isaaks

Dienstag, den 24. April 2007

Die Opferung Isaaks, Marc Chagall, 1960-66Dramatischer geht es nicht: Gott will Abraham auf die Probe stellen. Er befiehlt Abraham, seinen eigenen Sohn Isaak zu opfern, auf den er und seine Frau Sara so lange warten mussten. Doch Abraham kennt seine Pflicht. Am nächsten Morgen spaltet er Holz für das Brandopfer, sattelt den Esel und macht sich mit zwei jungen Knechten auf den Weg. Nach drei Tagen weist er die Knechte an, auf ihn zu warten und geht mit Isaak weiter. Als sie den von Gott genannten Ort erreicht haben, errichtet Abraham den Altar und schichtet das Holz auf. Schließlich entkleidet er Isaak, legt ihn auf den Altar und setzt das Messer an.

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Barmherzig: das Chorgestühl

Montag, den 23. April 2007

S. Maria in Organo, Verona. Tafel aus dem Chorgestühl des Fra Giovanni da Verona, 1494-1499 (Foto: Thomas Rohark)Die vielen Messen und Stundengebete im Tagesverlauf konnten für die hohe Geistlichkeit mitunter sehr anstrengend werden. Im 13. Jahrhundert begann man, die Chorräume mit Gestühlen auszustatten. Die sogenannten Chorgestühle bestehen aus einer oder zwei Sitzreihen, die längs an den Chorwänden errichtet wurden. Hinter den Stuhlreihen hingen zu Beginn oft gewebte Teppiche mit Bilddarstellungen. Da sich die Teppiche im Rücken der Sitzenden befanden, wurden sie ‚Dorsale’ genannt (dorsum – lateinisch für Rücken). Später bestanden die Dorsalen aus dem gleichen Material wie das Chorgestühl selbst, zumeist Holz. Die einzelnen Stühle werden im übrigen Stallen genannt.

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10 + 8 = christliche Zahlensymbolik

Montag, den 23. April 2007

Klosterkirche Fontenay, Westfront (Foto: Sven O. Lohmann)Das Zisterzienser-Kloster in Fontenay im Burgund. Fenster in der Ostfassade, Fenster in der Westfront. Einfach nur ein paar Fenster? Wahrscheinlich nicht. Denn die Zisterzienser bevorzugten – zumindest zu Beginn ihrer Ordensgeschichte zwar Klöster ohne Bilder. Nur eine Madonnenstatue durfte den Kirchraum schmücken. Doch ganz auf Symbolik wollten die Mönche doch nicht verzichten. So bedienten sie sich einer ausgefeilten Zahlensymbolik. Die Fenster in Fontenay können also auch ‚gelesen’ werden.

Im Westen befinden sich insgesamt sieben Fenster in zwei Streifen mit einmal drei und einmal vier Öffnungen. Im Osten wird die Chorwand von sechs Fenstern in je zwei Streifen durchbrochen. Darüber befinden sich noch einmal fünf Fenster in einer Reihe.

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Prototyp der Backsteingotik: Marienkirche in Lübeck

Sonntag, den 22. April 2007

St. Marien, Lübeck, Gewölbe des Mittelschiffs (Foto: Arnold Paul)Der gesamte Norden Deutschlands war in den Eiszeiten kilometerhoch mit Eis bedeckt. Insbesondere die letzte Eiszeit – die Weichseleiszeit brachte in ihren Gletschern nicht nur Eis, sondern auch Unmengen an Sand und Steinen aus Skandinavien mit. Aus den Steinen, zumeist sehr harte, kleinere Granitfindlinge, die in späteren Zeiten aus den Äckern zu wachsen schienen, ließen sich exquisite Dorfkirchen bauen. Doch mit der Zeit der Hanse und dem wachsenden Reichtum der Kaufleute in den noch jungen Städten vor allem des Ostseeraums, wollte man auch große Kirchen bauen, wie es das Ansehen ihrer Städte bedurfte. Dafür gab es allerdings nicht genügend Steine und Natursteine, die zum Bau von Kirchen in felsigeren Gegenden verwandt wurde, ließen sich nicht kostengünstig heranschaffen. Was es jedoch in Unmengen gab, war Lehm. Und so besannen sich die Norddeutschen der alten Kunst des Ziegelbrennens, welche seit dem Ausklang der Antike verschüttet gewesen war und befand sich auf ein Mal im Besitz eines Baumaterials, das den Ansprüchen genügte, um Kirchen in den Himmel zu bauen.

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Unerwünscht und vertrieben: Hagar und Ismael

Sonntag, den 22. April 2007

Die drei Engel waren da und verkündeten Sara die Geburt eines Sohnes. Doch Sara glaubte nicht mehr daran, sie war auch schon alt. Da schickte sie ihre ägyptische Magd Hagar zu Abraham, auf dass er sie als Konkubine Die Verstoßung von Hagar und Ismael, Guercino, 1685nähme. So könnte Abraham doch noch zu einem Sohn kommen, denn es galt der Brauch, dass kinderlose Frauen ihren Männern ihre Mägde zuführten. Die daraus entstandenen Söhne waren dann rechtlich Kinder ihrer Herrin. Als Sara jedoch bemerkte, dass Hagar tatsächlich schwanger geworden war, behandelt sie sie schlecht. Hagar läuft davon, doch ein Engel fordert sie auf, zurück zukehren. Sie bekommt einen Sohn, den Abraham Ismael nennt, was soviel wie ‚Gott hört’ heißt. Nun wird auch Sara, der Prophezeiung folgend, schwanger. Isaak wird geboren.

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Auch ohne Glöckner schön: Notre-Dame de Paris

Samstag, den 21. April 2007

Notre-Dame de Paris, WestfassadeDurch den Roman von Victor Hugo, der 1831, erschienen ist, wurde die Gestalt des Glöckners von Notre-Dame zu einem der traurigsten Helden der neuzeitlichen Literaturgeschichte. Die sechs Mal, unter anderem als süßliches Disney-Musical, verfilmte Geschichte von Quasimoda, La Esmeralda und Frollo, hat wohl mehr für den Ruhm einer Kirche geleistet, als je eine Geschichte vorher oder nachher. Dabei hätte die Kathedrale in Paris gar keine Werbung nötig. Zum einen steht sie mitten in Paris auf einer Insel in der Seine, an der kein Besucher vorbei kommt, zum anderen gilt die Kirche als eine der frühesten gotischen Kirchen Frankreichs und damit der Welt.

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