Monatsarchiv für April 2007

Brutal und delikat: Sodom und Gomorra

Samstag, den 21. April 2007

Lot und seine Töchter, Lucas van Leyden, um 1520Den heutigen Betrachter erfüllt die Geschichte ein wenig mit Befremden, geht es doch beiläufig um Inzest. Zunächst einmal werden jedoch zwei Städte – Sodom und Gomorra – buchstäblich ausgelöscht. Gott will die Bewohner strafen, die über alle Maßen lasterhaft geworden sind. In der Stadt Sodom wohnt jedoch auch die Familie des Lot, eines Neffen von Abraham. Der erfährt von den drei Engeln, die ihn zuvor besucht haben, von Gottes Absicht an den beiden Lasterhöllen ein Exempel zu statuieren. Darum betet er um das Leben der Gerechten, wobei es zu einem regelrechten Gefeilsche zwischen Abraham und den Engeln kommt.

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Nicht unumstritten: Eugéne Viollet-le-Duc

Freitag, den 20. April 2007

Der Mann trug einen großen Titel: Inspecteur général des Monuments Historiques. Er war in der Mitte des 19. Jahrhunderts der oberste Denkmalpfleger Frankreichs. Kirchenbesuchern, aber auch allgemein an Baugeschichte eugene_viollet_le_duc.jpgInteressierten, begegnet der am 27. Januar 1814 in Paris geborene Eugéne Viollet-le-Duc auf Schritt und Tritt. Er restaurierte in seinem Verständnis, aber auch im Verständnis der Zeit, unzählige Kirchen, Burgen und andere Bauten. Er hat seine Spuren in der Abteikirche in Vezelay, in Notre-Dame de Paris, in der Basilika von Saint-Denis, in Saint-Nazaire in Carcassonne und an anderen Orten hinterlassen.

Doch nicht nur als Restaurateur machte er sich einen Namen. Bleibenden Einfluss erhielt auch sein Werk zur Architekturgeschichte des Mittelalters. Zwischen 1854 und 1868 verfasste und veröffentliche Viollet-le-Duc sein zehnbändiges Dictionnaire raisonné de l’architecture française du XIe au XVIe siècle („Handbuch der französischen Architektur des 9. bis 16. Jahrhunderts“).

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Das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen

Freitag, den 20. April 2007

Die klugen Jungfrauen (drei von fünf), Magdeburger Dom, um 1250„Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.“

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Das Lachen Gottes: Sara und der Engel

Freitag, den 20. April 2007

Sara und der Engel, Giambattista Tiepolo, 1727/28Wie viele Kinder werden doch mit Namen versehen, ohne dass die Eltern sich viel bei dem Namen gedacht hätten. Beim Sohn Saras, der Frau Abrahams, spielt der Name ‚Isaak’ durchaus auf eine Begebenheit an, die sich ein Jahr vor dessen Geburt ereignete: Drei Engel, „der Herr“, suchten Abraham auf und brachten im die Botschaft, dass seine Frau Sara trotz ihres hohen Alters ein Kind gebären werde. Sara stand hinter einer Ecke und belauschte die Szene. Sie musste lachen, weil sie eine alte Frau war. Einer der Engel bemerkte das Lachen und fragte Sara, ob sie denn glaube, dass Gott etwas unmöglich sei. Sara leugnete, sie habe nicht gelacht. „Doch, du hast gelacht“, sagte der Engel.

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Der berühmteste Thebäer: Mauritius oder Moritz

Donnerstag, den 19. April 2007

Empfang des Hl. Erasmus durch Hl. Mauritius, Matthias Grünewald, um 1517-1523Sein Geburtsort soll Theben in Ägypten gewesen sein. Dort wurde er Anführer der römischen 22. Legion, die im dritten nach- christlichen Jahrhundert in und um Theben herum ausgehoben worden sein soll. Nach ihrer Herkunft wird die Legion auch Thebäische Legion genannt und soll ausschließlich aus Christen bestanden haben.

Die Thebäische Legion soll aus rund 6600 Mann bestanden und gerade die Alpen überquert haben, als Kaiser Maximian, Mitregent des berüchtigten Diokletian, die Legion zur Christenverfolgung befahl. Die Angehörigen der Thebäischen Legion weigerten sich jedoch, ihre Glaubensbrüder und –schwestern zu töten und weigerten sich auch, den heidnischen Göttern zu opfern. Daraufhin ließ laut Legende Maximian jeden zehnten Mann der Legion zur Abschreckung hinrichten. Die Männer aber blieben standhaft. Maximian wiederholte die Maßnahme dann angeblich so oft, bis kein Thebäer mehr am Leben war.

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Grablege Otto des Großen: Magdeburger Dom

Donnerstag, den 19. April 2007

Westfassade des Magdeburger DomsOtto I. der Große war Sachse. Damit ist jetzt nicht das heutige Sachsen gemeint, das um Dresden und Leipzig, sondern eher das östliche Niedersachsen und vor allem das westliche Sachsen-Anhalt. Darum war es für Otto nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955, als er die Ungarn entgültig besiegt hatte, selbstverständlich, dass er sein Kloster zu Ehren des hl. Mauritius in seinem Heimatland stiftete. Als geeigneten Platz wählte er den Domberg im heutigen Magdeburg. Damals begann gleich hinter der Elbe, nach Osten, das Land der noch nicht unterworfenen Slawen. Die Wahl Magdeburgs, wo Otto auch eine Pfalz errichten ließ, deren Fundamente heute unter dem Domplatz verborgen liegen, war also auch eine, die unmissverständlich eine Botschaft nach Osten ausstrahlen sollte.

Die Dombauarbeiten noch vor Ottos Kaiserkrönung 962 in Rom. Da Otto sich auch als rechtmäßiger Nachfolger der römischen Kaiser verstand, wollte er seinen Dom nicht nur prächtig ausstatten, sondern ließ symbolträchtig antike Säulen aus Italien herbeischaffen, die im ottonischen Dom eingebaut wurden und heute noch im Chor zu sehen sind. Die Krypta des ersten Doms besteht ebenfalls heute noch. In ihr wurde die erste Frau Ottos, die Editha beigesetzt.

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“Der Herr”: Abraham und die drei Männer

Mittwoch, den 18. April 2007

Andrei Rubeljow, Dreifaltigkeitsikone, ca. 1411 - drei Engel an einem Tisch mit einer Mahlzeit daraufIn dieser Erzählung begegnen Abraham drei Männer. Er nennt sie aber „der Herr“. Auch der Erzähler der biblischen Begebenheit nennt die drei stets „der Herr“. Es sind drei Engel, die auf Abrahams Haus in der größten Mittagshitze zulaufen. Abraham erkennt sie auch sofort als solche, läuft ihnen entgegen und begrüßt sie feierlich, indem er sich vor ihnen auf die Erde wirft. Dann fordert Abraham die Engel auf, Gäste in seinem Haus zu sein. Zur Feier des Tages lässt Abraham sogar ein Kalb schlachten und zubereiten, da die Gastfreundschaft eine Ehre für den Gastgeber ist. Auch war es üblich, den Gästen die Füße zu waschen.

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Frühe Berufung als Arzt: Pantaleon

Mittwoch, den 18. April 2007

Buchmalerei, 1493, Hartmann Schedels Nürnberger WeltChronikSchon als Kind soll Pantaleon gespürt haben, dass er über eine besondere Fähigkeit verfügt: er konnte Kranke heilen. Der auch Pantaleimon genannte spätere Heilige, der in der Mitte des 3. Jahrhunderts – wie die hl. Barbara - in Nikomedia, dem heutig Izmit in der Türkei, zur Welt gekommen sein soll, vervollkommnte seine Kunst so weit, dass ihn der römische Kaiser Maximian zu seinem Leibarzt ernannt. Doch Pantaleon, der schon eine christliche Mutter hatte und dem es früh gelungen war, seinen Vater zu bekehren, heilte eines Tages die Kaiserin und versuchte auch sie zu bekehren. Dabei wurde Pantaleon belauscht und an den Kaiser verraten. Der dankte daraufhin ab und ging freiwillig in die Verbannung.

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Il Gesù

Dienstag, den 17. April 2007

il_jesu_rom.jpg

Das sieht ja aus wie eine Barockkirche, könnte der Betrachter ausrufen. Gebaut wurde Il Gesù aber schon zwischen 1568 und 1575 und steht noch am Übergang zwischen Renaissance und Barock. Architekt war Giacoma Barozzi da Vignola, der ein Werk schuf, welches Vorbild für unzählige Kirche vor allem der Jesuiten wurde.

Vom Typ her ist Il Gesù eine Wandpfeilerkirche. Im Grundriss sieht es aus wie eine dreischiffige Kirche, aber es ist nicht möglich (höchstens durch kleine Türchen) die “Seitenschiffe” längs zu laufen. Statt dessen befinden sich dort einzelne Kapellen, die jeweils durch das Mittelschiff zu erreichen sind.

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Als Pferdestall missbraucht: Dom St. Peter in Worms

Dienstag, den 17. April 2007

Wormser Dom, Ostchor und Osttürme, ab 1130Schon die Römer mussten ein germanisches Volk vom höchsten Punkt der heutigen Stadt Worms vertreiben, um dort eine Siedlung errichten zu können. Doch auch die Römer überließen das Feld um 413 n.Chr. den Burgunden, die sich hier im Rahmen der Völkerwanderung niederließen, um schon 436 von den Hunnen aufgerieben zu werden. Die Reste der Burgunden zogen ins heutige Burgund in Frankreich. Der kurze Aufenthalt in der Pfalz reichte aber, um offensichtlich genügend Stoff für das Nibelungen-Lied zu ergeben, welches allerdings erst um 1200 niedergeschrieben wurde.

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