Monatsarchiv für Mai 2007

Eine hübsche Ruine: das Kloster Chorin

Donnerstag, den 31. Mai 2007

Kloster Chorin, Westfassade (Foto: S.O.Lohmann)Im Jahr 1258 be- schlossen zwei Brüder, Johann und Otto, ihr Erbe zu teilen. Das Erbe ihres Vaters – die Mark Branden- burg – beherr- schten beide schon seit 1220, aber nun wollte Otto III. von Branden- burg sein eigenes kleines Reich, nicht zuletzt, weil er ich Hoffnung auf die deutsche Königskrone machte. Obwohl Otto zwei Jahre jünger war als sein Bruder Johann I. von Bran- denburg, bekam er nicht nur die Hälfte der Mark, sondern auch das Kloster Lehnin, die Grablege der Familie der Askanier, zu denen beide Brüder gehörten. Also musste für den johannschen Zweig der Askanier ein neues Kloster errichtet werden und da sich die Zisterzienser in Lehnin bereits bewährt hatten, wurden sie auch mit der Gründung eines neuen Klosters für Johann I. und dessen Nachfahren beauftragt.

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Sichere Verdammnis: Die sieben Todsünden

Dienstag, den 29. Mai 2007

Die sieben Todsünden (Mitte) und die vier letzten Dinge (außen), Hieronymus Bosch, um1450

Als der Mensch noch im Paradies lebte, war nicht nur die Welt noch in Ordnung, sondern der Mensch mit sich im Reinen. Nichts herrschte im Übermaß, alles war im Gleichgewicht, auch die Liebe des Menschen zu sich selbst, zu den Dingen und zu den anderen Kreaturen. Doch mit der Erbsünde kam die Begierde in den Menschen. Die Begierde des Fleisches führte zu Völlerei und Wolllust, die Begierde der Augen wurde zu Geiz und die Begierde des Geistes entwickelte sich zu Geltungssucht, geistiger Trägheit, Neid und Zorn. Sieben Begierden, die zu den Sieben Todsünden wurden, die eigentlich gar keine Sünden sind, sondern nur schlechte Charaktereigenschaften, oder Hauptlaster, die wiederum zu den Sünden führen.

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Kathedrale Ste-Cécile in Albi

Sonntag, den 27. Mai 2007

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Die Kathedrale von Albi ist ein in jeder Hinsicht bemerkenswerter Bau. Im Grundriss verraten das vor allem die dicken Linien der Mauern. Die Mauern sind rund sechs Meter dick. Die Kirche stammt aus der Gotik (1282 bis 1480), wurde in Backstein aufgeführt und sieht von Außen mehr einer mächtigen Festung als eine Kirche ähnlich. Die Außenwand ist durchgehend flächig und nur von den Fenstern durchbrochen. Das Strebewerk ist nicht wie üblich nach Außen sondern nach Innen gebaut worden.

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Die Drachenbändigerin: Margarete von Antiochia

Donnerstag, den 24. Mai 2007

Heilige Margarete und andere Heilige, Altargemälde von Bartholomäus Zeitblom im Ulmer Münster, 1489-1497 (Foto: Joachim Köhler)Viele Heilige, besonders die der frühen Jahrhunderte nach Christi, bleiben in ihrem Leben und Wirken kaum fassbar. Beinahe alles ist Legende. Um die heilige Margarete von Antiochia winden sich gleich zwei Überlieferungs- stränge. Geboren sein soll sie in Psidien, einer unwirtlichen Gegend in der heutigen Türkei, die sich bei Antalya befand. Der Name der Heiligen verrät die Stadt Antiochia als möglichen Geburtsort. Beide alternativen Legenden benennen als Todesjahr der Heiligen das Jahr 305.

Nach der ersten Legende war Margarete die Tochter eines heidnischen Priesters, die von einer christlichen Amme erzogen wurde. Der Vater soll seine eigene Tochter später als Christin denunziert haben. Der Stadtpräfekt ließ sie foltern. Margarete soll sogar in Öl gebraten worden sein. Alle Folter konnte der jungen Frau aber nichts anhaben und sie blieb unverletzt. Daraufhin wird von Massentaufen in ihrer Umgebung berichtet. Schließlich soll sie enthauptet worden sein.

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Normannisch: Kathedrale von Durham

Mittwoch, den 23. Mai 2007

Kathedrale von Durham, Laufgang unter den Fenstern im Obergaden (Foto: Soloist)

Vor drei Jahren haben die Hörer eines BBC-Senders die Kathedrale von Durham mit gehörigem Abstand zum beliebtesten Gebäude Englands gewählt. Das war der Ritterschlag für die vor über 900 Jahren begründete Kirche, die auf den schönen Namen The Cathedral of Christ, Blessed Mary the Virgin and St. Cuthbert of Durham hört. Auf jeden Fall ist die Kathedrale eines der bedeutendsten normannischen Bauwerke überhaupt. Kaum eine Kirche hat diesen Stil der Romanik so rein erhalten.

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Ein Heilmittel: Die eherne Schlange

Dienstag, den 22. Mai 2007

Die eherne Schlange, Michelangelo Buonarotti, Deckenfresko zur Schöpfungsgeschichte in der Sixtinischen Kapelle, 15ß8-12

40 Jahre Marsch durch die Wüste sind eine Lange Zeit. Da ist es kein Wunder, dass das Volk Israels immer wieder murrt und aufbegehrt. Dieses Mal jedoch hat der Herr beschlossen, seinem Volk das Gemurre nicht ungestraft durchgehen zu lassen. Er lässt Schlangen, die laut dem Alten Testament „brennen“, unter die Israeliten fallen. Die Schlangen beißen die Menschen und viele müssen sterben.

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Franziskanerkirche in Salzburg

Montag, den 21. Mai 2007

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Der Grundriss ist so beeindruckend wie die Kirche. Deutlich lassen sich das romanische Langschiff und die spätgotische Chorhalle unterscheiden, wobei die Halle fast so ausgehnt ist wie das Schiff. Zu erkennen sind auch die fünf schlanken Pfeiler, auf denen das filigrane Netzgewölbe der Chorhalle ruht.

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Das Grab eines jungen Mädchens

Samstag, den 19. Mai 2007

Kaiserdom Frankfurt, moderne Grabplatte für ein Mädchen aus dem 7. Jahrhundert (Foto: Michael König)Betritt der Besucher heute das Langhauses der Kirche St. Bartholomäus, so steht er alsbald vor dem seit 1992 markierten Grab eines jungen Mädchens, der sterbliche Überreste und Grabbeigaben im Dommuseum ausgestellt sind. Der Besucher, der die Grabplatte betrachtet, erinnert sich aus dem Dommuseum noch, dass das Mädchen um 680 n.Chr. in Frankfurt gestorben war und begraben wurde. Irgendwann wird dann der Besucher, der gedankenverloren vor der Grabmarkierung steht, plötzlich den Blick heben. Erstaunt wird er sofort bemerken, dass das Grab des Mädchens exakt auf der Mittellinie des Langschiffs liegt. Es scheint, als sei der ganze riesige mittelalterliche Kirchenbau allein am Grab dieses Mädchens ausgerichtet worden.

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St. Lazare in Autun

Freitag, den 18. Mai 2007

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Am Grundriss fällt als erstes auf, dass offensichtlich im Westen eine große Pforte mit Treppentürmen im Norden und im Süden mitten im Gebäude zu stehen scheint. Tatsächlich verfügt die Kirche aber über eine nach allen Seiten offene Vorhalle, die genau die zwei Joche ausmacht, die bis zum Portal reichen.

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Turm mit Steilkuppel: Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main

Freitag, den 18. Mai 2007

Kaiserdom Frankfurt, Turm (Foto: A. Köhler)Die Stadt Frankfurt war schon wichtig, als Bonn oder Berlin noch in den Flegeljahren waren. Die örtliche Bartholomäus -Kirche hat sicherlich mehr gekrönte deutsche Häupter gesehen, als die beiden anderen Städte zusammen. Was das betrifft, kann wohl nur Aachen der Stadt am Main das Wasser halbwegs reichen, mit dem Unterschied, dass in Aachen „nur“ Könige gekrönt wurden, in Frankfurt aber ab dem 16. Jahrhundert Kaiser.

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