Die Mutter der Mutter: Anna

1. Mai 2007

Hl. Anna, Detail aus einem Fresco aus dem 8. JahrhundertDie Bibel kennt Anna nicht. Erst in den apokryphen Evangelien des zweiten bis sechsten Jahrhunderts nach Christus wird sie als die Mutter der Maria erwähnt. Ihre Lebensgeschichte wurde nach dem Vorbild der Hanna und deren Sohn Samuel aus dem Alten Testament gestaltet und schließlich überliefert. Erst nach zwanzigjähriger Ehe mit ihrem Mann Joachim bekommt Anna ein Kind: Maria, die Mutter Jesu Christi.

Nach dem Tod des betagten Joachim soll Anna der Legenda aurea zufolge noch zweimal verheiratet gewesen sein. Als Ehemänner werden Kleophas und Salomas genannt.

Gezeigt wird Anna in der Kunst seit dem Frühchristentum, verehrt als Mutter der Maria seit dem sechsten Jahrhundert. 550 wurde ihr in Konstantinopel eine Kirche geweiht.

Im Spätmittelalter erreicht die Annen-Verehrung auch und gerade im Zusammenhang mit der wachsenden Marienverehrung ihren Höhepunkt. Es entstehen Annen-Wallfahrten in halb Europa.

Am Annentag beginnen traditionell die Hundstage, also die heißesten Tage des Sommers. Der Name Hundstage kommt vom Sternbild des Hundes, der um diese Zeit über dem Horizont aufsteigt.

Als Martin Luther von einem schlimmen Gewitter überrascht wurde, bei dem er schwor, dass er in ein Kloster ginge, wenn er es nur überleben würde, bat er auch die hl. Anna um Beistand an, wie er später bekannt hat. Anna ist die Schutzpatronin gegen Gewitter.

Eine besondere Bedeutung hat die hl. Anna auch als Patronin der Bergleute, weswegen ihre Verehrung besonders in Regionen mit Bergbau besonders verbreitet war und bisweilen auch noch ist.

Eine Kopfreliquie der Anna soll sich in Düren befinden.

Die meisten Darstellungen, die wir heute kennen, sind aus dem Mittelalter und zeigen Anna gemeinsam mit ihrer Tochter Maria und ihrem Enkel Jesus. Dieser Darstellungstyps ist ein Andachtsbild und wird hl. Anna selbdritt genannt. In Darstellungen ohne Jesus erkennt man die Anna selbdritt, Detail: Anna mit dem Jesuskind, Joseph Anton Feuchtmayer, 1759 (Foto: Andreas Praefcke)Heilige zumeist an dem Marienkind in ihrem Arm, so auch in der byzantinischen Kunst der Ostkirche, in der Anna hohe Verehrung fand. Anna wird auch im Barock noch dargestellt, wenn auch seltener.

Patronin von Florenz, Innsbruck, Neapel, der Bretagne; der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Hausangestellten, Witwen, Armen, Arbeiterinnen, Bergleute, Weber, Schneider, Strumpfwirker, Spitzenklöppler, Knechte, Müller, Krämer, Schiffer, Seiler, Tischler, Drechsler, Goldschmiede; der Bergwerke; für eine glückliche Heirat, für Kindersegen und glückliche Geburt, für Wiederauffinden verlorener Sachen und Regen; gegen Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, Gewitter.

Tag: 26. Juli

Bildnachweis: 1 - 2

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