Patron der Armen: Antonius von Padua

4. Mai 2007

Hl. Antonius von Padua, Francisco de Zurbarán, um 1640 Kaum eine katholische Kirche auf dieser Welt kommt ohne den heiligen Antonius aus. Irgendwo in den Gotteshäusern findet sich immer ein Gemälde oder eine kleine Statue, auf der der Heilige mit seinen beiden häufigsten Attributen abgebildet ist: dem Jesuskind auf dem Arm oder einer Lilie in der Hand. Antonius ist sicher einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen überhaupt.

Geboren wurde Antonius 1195 als Sohn einer Adelsfamilie in Lissabon. Sein Namenspatron ist der antike Wüstenheilige Antonius der Große. Schon mit 16 Jahren trat Antonius den Augustiner-Chorherren bei, studierte und empfing die Priesterweihe.

Als er 1220 vom Märtyrertod vierer Franziskaner in Marokko hörte, trat er zum Orden der Franziskaner über und ging nach Marokko, um dort gleichfalls das Martyrium zu erleiden. Eine Krankheit zwang Antonius jedoch Marokko wieder zu verlassen. Er ging zunächst nach Assisi, dem Heimatkloster der Franziskaner, um dort als Einsiedler zu leben. In Assisi fiel auch seine große Redebegabung auf.

Hl. Antonius von Padua, eine der vielen Skulpturen in Kirchen, hier mit Jesuskind und Armenbrot (Foto: Georges Jansoone)So wurde Antonius beauftragt, den ‚ketzerischen’ Albigensern und Waldensern in Italien und den Katharern in Südfrankreich die Umkehr in den Schoß der Kirche zu predigen. Von 1224 bis 1230 predigte Antonius mit großer Überzeugungskraft abwechselnd in beiden Ländern.

Allerdings musste 1230 schon aus Erschöpfung alle Ämter niederlegen und zog sich auf ein Landgut bei Padua zurück, wo er auf einem Nussbaum wohnte. Seine Fastenpredigten in der Zeit zogen so viele Gläubige an, dass sie im Freien abgehalten werden mussten, da keine Kirche groß genug war. Franziskus ernannte Antonius zum Lektor für Theologie an der Universität von Bologna. 1231 starb Antonius an Entkräftung. 1263 wurden seine Gebeine schließlich endgültig in der zu seinen Ehren erbauten Basilika in Padua beigesetzt, wo an seinem Grab viele Wunder geschehen sein sollen.

Die hohe Verehrung des Antonius führte dazu, dass Papst Gregor IX. den Franziskaner schon elf Monate nach seinem Tod 1231 heilig sprach. 1946 wurde Antonius von der katholischen Kirche zum Kirchenlehrer ernannt, obwohl nur wenige Schriften von ihm überliefert sind.

Zahlreiche Legenden haben sich um das Leben des hl. Antonius gebildet. Die berühmteste betrifft wohl eine vergebliche Predigt zu den Bewohnern von Rimini. Da die ihm nicht zuhören wollten, ging Antonius zu einem Fluss und predigte dort den Fischen, die ihm aufmerksam zugehört haben sollen. Die Geschichte erinnert an den hl. Franziskus, der den Vögeln predigte.

Madonna mit Hl. Hieronymus und Hl. Antonius von Padua, Lorenzo Lotto, 1521 Antonius gilt als Patron der Armen. Für sie wird deshalb das Antoniusbrot gesammelt, ein Grund für die vielen Statuen des Antonius. Der Heilige gilt aber auch als Patron für das Wiederauffinden verlorener Gegenstände, weshalb ihm der Volksmund in manchen Gegenden den Spitznamen Schlampertoni gegeben hat.

In der Kunst werden – neben den bereits erwähnten Darstellungen mit Jesuskind und Lilie – hin und wieder auch Szenen aus seinen unzähligen Heiligenlegenden abgebildet. Manchmal ist auch ein fliehender Drache zu sehen, der für das Böse steht, welches Antonius alleine mit seiner Redefertigkeit vertreiben konnte.

Tag: 13. Juni

Patron von Padua, Lissabon, Paderborn, Hildesheim; der Armen und Sozialarbeiter, der Liebenden und der Ehe, der Frauen und Kinder, der Bäcker, Bergleute, Schweinehirten und Reisenden, der Pferde und Esel; gegen Unfruchtbarkeit, teuflische Mächte, Fieber, Pest und Viehkrankheiten; bei Schiffbruch und in Kriegsnöten; für Wiederauffinden verlorener Gegenstände, gute Entbindung, Altwerden und eine gute Ernte

Ein Gedicht mit Zeichnungen von Wilhelm Busch

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