Musik, Musik, Musik: Cäcilia
9. Mai 2007Auch die hl. Cäcilia war eine junge, schöne Frau. Sie soll um 200 n.Chr. in Rom in die altehrwürdige römische Familie der Cäcilier hineingeboren worden sein. Schon früh soll sich die junge Frau zum Christentum hingezogen gefühlt haben. Als ihre Eltern sie mit dem Jüngling Valerianus verheirateten, verlangte sie von ihm, er möge ihr ihre Jungfräulichkeit bewahren. Zu ihren Schutz sei ein Engel um sie. Valerianus verlangte den Engel zu sehen. Nur unter dieser Bedingung würde er die Reinheit Cäcilias bewahren. Cäcilia sagte ihrem Gatten, er könne den Engel sehen. Er müsse sich nur zum Christentum bekehren. Nach einigen Wundern bekehrte sich auch Valerianus und bekam den Engel zu sehen. Auch dessen Bruder Tiberius wurde bekehrt. Beide starben als Märtyrer im Zirkus Maximus.
Deren Richter, der Präfekt Almachius, begegnet auf der Suche nach dem Nachlass des Valerinus und des Tiberius auch der Cäcilia und ließ sie in einen Topf siedenden Wassers setzen, nachdem sich in ihrem Umfeld noch mehrer Menschen bekehrt hatten. Doch Cäcilia fröstelte im kochenden Wasser. Daraufhin wollte Almachius ihr den Kopf abschlagen lassen, doch auch drei Hiebe führten nicht zum gewünschten Ergebnis. Erst drei Tage später verstarb die Schwerverletzte, nicht bevor sie all’ ihr Hab und Gut den Armen geschenkt hatte.
So wie Cäcilie starb – verkrümmt und auf der Seite liegend – soll sie um 230 auch in einem Sarkophag in der Calixtus- Katakombe bestattet worden sein.
Seit 545 wird im römischen Stadtteil Trastevere der Heiligen gedacht. Papst Paschalis I. suchte ihren Sarkophag, fand ihn 819 mit Hilfe Cäcilias, die ihm im Traum erschienen war und verbrachte Sarkophag und Heilige in die seit dem 5. Jahrhundert bestehende Kirche in Trastevere, die der hl. Cäcilia geweiht wurde . 1599 wurde der Sarkophag geöffnet. Wahrscheinlich schuf der Bildhauer Stephano Maderno daraufhin die berühmte Liegefigur der Cäcilia aus Marmor, die die Heilige in der gleichen Körperhaltung abbilden soll, in der sie gefunden – und begraben – worden war.
Leben und Wirken der hl Cäcilia sind größtenteils Legende, wobei sich Geschichten vor allem aus der Legenda aurea und aus der Passio vermischen. Seit dem 15. Jahrhundert wird die einst sehr beliebte Heilige nicht mehr nur in ihrer Lebensgeschichte abgebildet, sondern zumeist mit einer Orgel. Wahrscheinlich aufgrund eines Übersetzungsfehlers aus der Passio wurde überliefert, dass Cäcilia während ihrer Hochzeit selbst das Instrument gespielt hat.
Es ist nur selbstverständlich, dass die hl. Cäcilie heute die Patronin der Kirchenmusik, der Chöre und der Musik überhaupt ist.
Hin und wieder finden sich in den Kunstwerken mit Cäcilia neben der Orgel auch Valerianus und dessen Bruder Tiberius. Dabei wird oft der Moment dargestellt, an dem Valerianus den Engel sehen kann.
Tag: 22. November (nicht verpflichtend)
Patronin der Kirchenmusik; der Organisten, Orgelbauer, Instrumentenmacher, Sänger, Musiker und Dichter.
Bildnachweis: 1 - 2
