Nach dem Exodus: Der Durchzug durch das Rote Meer

10. Mai 2007

Durchgang durch das Rote Meer, Byzantinischer Maler um 920: Psalter

Es war das zentrale Ereignis des 2. Buches Mose, der Exodus. Exodus ist Lateinisch und heißt nichts anderes als Auszug oder Ausgang. Ausziehen durften die Hebräer, nachdem Gott mit der zehnten Plage alle ägyptischen Erstgeborenen getötet hatte. Der Pharao befahl Mose und Aaron deshalb sogar, mit ihrem Volk das seinige zu verlassen. Doch das ärgerte ihn schon bald.

Inzwischen führte Gott sein Volk in Richtung Kanaan, wobei er sich jedoch gegen den kürzesten Weg am Meer entlang entschied, sondern die Israeliten zunächst durch die Wüste zum Schilfmeer, oder dem Roten Meer führte. Und Gott ist tatsächlich mit seinen Leuten. Am Tage zieht er als eine Wolkensäule, in der Nacht als eine Feuersäule vor ihnen her.

Auch der Pharao war nicht faul. Um seinem Ärger Taten folgen zu lassen, jagte der Herrscher den Hebräern mit hundert Streitwagen hinterher. Während die Hebräer noch am Roten Meer rasteten, holte die ägyptischen Kämpfer das wandernde Volk Israels schnell ein. Kurz bevor die Ägypter die Hebräer erreichten, befahl Gott jedoch dem Mose, die Hand auszustrecken und das Meer vor ihm zu teilen. Daraufhin konnten die Hebräer das Meer durchqueren. Doch als auch die Ägypter mit ihren Streitwagen durch das Rote Meer eilen wollten, streckte Mose die Hand erneut aus, das Meer flutete wieder zusammen und die Ägypter einschließlich des Pharao ertranken mit Mann und Pferd.

Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer, Fresken der Kapelle der Eleonora da Toledo im Palazzo Vecchio in Florenz, Antonio Bronzino, 1541-42

Im hebräischen Urtext der Bibel wird das Schilfmeer Schilfmeer genannt. In der griechischen Übersetzung der Bibel, der Septuaginta, wird aus dem Schilfmeer schließlich das Rote Meer. Schon Paulus und das frühe Christentum sahen in dem Ereignis ein Sinnbild für die Taufe.

Die Kunst widmete sich natürlich insbesondere dem sich teilenden Meer und den ertrinkenden Ägyptern.

Quelle: Exodus 14,15-31

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