Taufrisch: Die Mannalese

Die Mannalese, Giovanni Francesco Penni, um 1515-1518, um 1515-1518

Nach der Durchquerung des Roten Meers sollte für das Volk Israel eine vierzigjährige Wanderung durch die Wüste beginnen, aber das wusste zu diesem Zeitpunkt natürlich noch niemand. Sonst hätte das Volk nicht bereits nach drei Monaten das erste Mal mit Mose und Aaron zu zürnen begonnen. Aber die Israeliten bekamen allmählich Hunger.

Gott aber vernahm die Nöte seines Volkes und sorgte für Abhilfe. Eines Abends schwirrten Wachteln in ganzen Schwärmen über das Lager und ließen sich einfach einsammeln. So hatten die Israeliten zunächst Fleisch. Am Morgen darauf fanden die Hebräer unter dem Tau feine und knusprige Speise, welche wie Honigkuchen geschmeckt haben soll.

Mannalese, Glasmalerei Marienkirche, Frankfurt a. Oder, um 1350Mose befahl den Menschen, sie sollten die Speise, das Manna, in Körben sammeln und zwar nur soviel, wie eine Familie am Tag verbrauchen könne. Von nun an würde jeden Tag genug Manna für alle da sein und keiner bräuchte es über seinen Bedarf hinaus zu horten. Doch einige konnten nicht genug bekommen. Aber das aufgesammelte Manna, welches nicht am selben Tage verzehrt wurde, ward schlecht und Würmer wohnten in ihm.

Das Christentum deutete das Manna-Wunder auf zwei Arten. Zum einen wurde in dem Ereignis ein Hinweis auf die kommenden Speisungswunder Jesu Christi gesehen (wundersame Brotvermehrung). Zum anderen wurde das Manna auch als eine Vorankündigung der Eucharistie gedeutet. Auf jeden Fall konnte das Mannawunder als ein Zeichen der Zuneigung Gottes an sein Volk betrachtet werden.

Was das Manna tatsächlich gewesen sein könnte, ist umstritten. Eine Annahme geht davon aus, dass es sich dabei um das süßliche und essbare Harz der Manna-Tamariske (Tamarix mannifera) handeln könnte, die auf der südlichen Sinai-Halbinsel verbreitet ist.

Das Wachtelwunder wiederholte sich übrigens nicht mehr.

Quelle: Exodus 16,1-36; Numeri 11,7-9

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