Monatsarchiv für Mai 2007

Lichtstrahlen oder Hörner: Die Tafeln des Gesetzes und das Goldene Kalb

Donnerstag, den 17. Mai 2007

Mose zerschmettert die Tafeln des Gesetzes, Rembrandt van Rijn, 1659Mose und das Volk Israels hatten Ägypten erst vor drei Monaten verlassen und schon allerhand durchlitten. Die Menschen hatten gehungert und gedürstet und jedes Mal war Gott gekommen und hatte seinem Volk geholfen. Schließlich erreichten die Hebräer die Wüste Sinai. Am gleichnamigen Berg schlugen die Israeliten ihr Lager auf und Mose bestieg den Berg.

Dort blieb er 40 Tage und 40 Nächte bis der Herr ihm zwei steinerne Tafeln gab, auf denen er mit dem eigenen Finger seine Gesetze geschrieben hatte. Die Tafeln waren die Urkunde für den Bund zwischen Gott und seinem Volk.

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Männer mit Amphoren: Die vier Paradiesströme

Dienstag, den 15. Mai 2007

Das Paradies, die vier Paradiesflüsse und die Paradiespforte, Meister der Predigten des Mönchs Johannes Kokkinobaphos, 12. Jahrhundert

Das Paradies ist ein Garten, der wie alle Gärten ordentlich Wasser braucht. Zu diesem Zwecke entspringt im Paradies aus einem Felsen ein Fluss, der den Garten bewässern soll. Doch dieser Fluss teilt sich schon im Paradies noch vier Mal in die berühmten vier Paradiesströme, die aus der heiligen Schrift alle namentlich bekannt sind. So umfließt der Fluss Pischon das Land Hawila und der Strom Gihon fließt um Äthiopien. Leider gibt es heute keine Flüsse mehr, die Pischon oder Gihon genannt werden, so dass gerätselt werden musste und muss, welche Flüsse gemeint sein könnten. Der jüdisch-römische Geschichtsschreiber Josephus (um 38 – 100 n.Chr.) identifizierte den Pischon als Ganges und den Gihon als Nil, doch die Zuschreibung ist selbstverständlich umstritten.

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Kathedrale Maria de la Sede in Sevilla

Montag, den 14. Mai 2007

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Die größte gotische Kathedrale der Christenheit entspricht eindeutig nicht dem französischen Kathedralschema. Vielmehr dürfte der interessante Grundriss auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass sich die Kathedrale von Sevilla über den Grundmauern der alten Moschee (Mezquita mayor) erhebt, deren Bau sich sicher nicht an der Gotik oder an den Franzosen orientierte.

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Groß war das Wunder: Wasser aus dem Felsen

Montag, den 14. Mai 2007

Moses schlägt Wasser aus dem Felsen, Nicolas Poussin, 1633-35

Das Volk hatte gehungert und Gott hatte ihm Wachteln und Manna geschickt. Nun dürstete den Hebräern und wieder beschwerten sie sich bei Mose. Manche fragten sogar, warum sie Ägypten überhaupt verlassen mussten, nur um jetzt in der Wüste zu verdursten. Da beschwerte sich Mose bei Gott über sein Volk. Er wisse nun auch nicht mehr weiter.

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St. Nikolai in Wismar

Sonntag, den 13. Mai 2007

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Die Kirche St. Nikolai in Wismar hat eindeutig nur einen Turm, der aber sehr hoch war, womit er anderen Küstenstädten folgte. Die schweren Grundmauern sind gut zu erkennen. Im 18. Jahrhundert ist die Turmhaube bei einem Sturm jedoch eingestürzt. Ansonsten folgt auch dieser Bau dem französischen Kathedralschema. Doch wie St. Marien in Lübeck fehlt St. Nikolai ein “echte” Querschiff mit dem Unterschied, dass im Innenraum zumindest der Eindruck entstehen könnte, als sei eines vorhanden.

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Marienkirche in Lübeck

Sonntag, den 13. Mai 2007

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Auffällig sind vor allem die mächtigen Grundmauer der beiden Westtürme und das merkwürdige “Querschiff”. Wie die Backsteinkirchen in so vielen Küstenstädten hat auch St. Marien zu Lübeck hohe Türme mit noch höheren Turmhelmen. Solche Türme waren immer auch gut und gedacht als wichtige Orientierungspunkte für die christliche Seefahrt.

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Ein Traum aus Marmorspitzen: der Mailänder Dom St. Maria Nascente

Samstag, den 12. Mai 2007

Mailänder Dom, Dach und Strebewerk (Foto: Rüdiger Wölk)

Wenn bei italienischen Kirchen von der Fassade gesprochen wird, ist zumeist die Eingangsfront im Westen gemeint, die in Italien vielleicht als ‚Gesicht’ einer Kirche angesehen wird. Das Besondere am ‚Gesicht’ des Doms in Mailand ist die auffällige Mischung aus gotischen und barocken Formen, was umso erstaunlicher ist, weil nur das Barock ‚echt’ ist, während die Gotik eine Zutat aus dem 19. Jahrhundert darstellt.

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Taufrisch: Die Mannalese

Freitag, den 11. Mai 2007

Die Mannalese, Giovanni Francesco Penni, um 1515-1518, um 1515-1518

Nach der Durchquerung des Roten Meers sollte für das Volk Israel eine vierzigjährige Wanderung durch die Wüste beginnen, aber das wusste zu diesem Zeitpunkt natürlich noch niemand. Sonst hätte das Volk nicht bereits nach drei Monaten das erste Mal mit Mose und Aaron zu zürnen begonnen. Aber die Israeliten bekamen allmählich Hunger.

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Ein großes Geheimnis: die Hofkirche in Dresden

Freitag, den 11. Mai 2007

Hofkirche, Dresden (Foto: Brundwijk)Noch während Arbeiter bereits die Baugrube aushoben, hielt der Auftrag- geber der Kirche, Kurfürsten Friedrich- August II. von Sachsen, den wahren Zweck der Arbeiten geheim. Er wollte auf keinen Fall, dass sein Volk zu früh von seinen Absichten erfuhr. Grund für die Heimlichkeiten war der Wunsch des Vaters des Kurfürsten, Friedrich-August I., König von Polen zu werden. Polnischer König konnte aber nur ein Katholik sein, weswegen Friedrich-August I. 1697 römischer Katholik wurde. Zuerst auch das heimlich, später öffentlich. Doch das nahm sein Volk dem Kurfürsten, der später unter dem Namen August II. tatsächlich König von Polen und der Starke genannt werden sollte, übel und es kam zu Protesten. Der König war jedoch klug genug, seinem Volk Religionsfreiheit zu gewähren, sodass er zu einem katholischen Herrscher in einem evangelischen Land wurde. Und obwohl es wohl Planungen dazu gab, ging August der Starke nicht soweit, die alte Hofkirche in Dresden durch einen Neubau zu ersetzen.

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Nach dem Exodus: Der Durchzug durch das Rote Meer

Donnerstag, den 10. Mai 2007

Durchgang durch das Rote Meer, Byzantinischer Maler um 920: Psalter

Es war das zentrale Ereignis des 2. Buches Mose, der Exodus. Exodus ist Lateinisch und heißt nichts anderes als Auszug oder Ausgang. Ausziehen durften die Hebräer, nachdem Gott mit der zehnten Plage alle ägyptischen Erstgeborenen getötet hatte. Der Pharao befahl Mose und Aaron deshalb sogar, mit ihrem Volk das seinige zu verlassen. Doch das ärgerte ihn schon bald.

Inzwischen führte Gott sein Volk in Richtung Kanaan, wobei er sich jedoch gegen den kürzesten Weg am Meer entlang entschied, sondern die Israeliten zunächst durch die Wüste zum Schilfmeer, oder dem Roten Meer führte. Und Gott ist tatsächlich mit seinen Leuten. Am Tage zieht er als eine Wolkensäule, in der Nacht als eine Feuersäule vor ihnen her.

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