Monatsarchiv für Mai 2007

Noch nicht im Krautmeer: Mont-Saint-Michel

Donnerstag, den 10. Mai 2007

Mont-Saint-Michel (Foto: Uwe Küchler)

Der Dichter Victor Hugo, der 1834 eine Rettungs-Initiative für das Kloster startete, prophezeite dem Berg dereinst die Verlandung seiner Bucht. Am Ende würde die Insel nur noch aus einem Krautmeer ragen, aber nicht mehr aus dem Meer. Ganz hat sich die Prophezeiung nicht erfüllt. Trotz des Dammes, der zur Insel führt und die Gezeitenströmungen behindert, ist die Bucht noch nicht vollständig versandet, obwohl das Land schon sehr nah ist. Auch ist der Anteil der Deutschen an den 3,5 Millionen Touristen, die Mont-Saint-Michel jedes Jahr heimsuchen, nicht so hoch, dass sie mit dem Meer gemeint sein könnten. Trotzdem gibt es Pläne sowohl die Zufahrt zum Berg zu begrenzen und auch den Gezeiten wieder einen freieren Lauf zu ermöglichen.

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Musik, Musik, Musik: Cäcilia

Mittwoch, den 9. Mai 2007

Cäcilia, Stephano Maderno, 1599 (Fotograf: tieseb)

Auch die hl. Cäcilia war eine junge, schöne Frau. Sie soll um 200 n.Chr. in Rom in die altehrwürdige römische Familie der Cäcilier hineingeboren worden sein. Schon früh soll sich die junge Frau zum Christentum hingezogen gefühlt haben. Als ihre Eltern sie mit dem Jüngling Valerianus verheirateten, verlangte sie von ihm, er möge ihr ihre Jungfräulichkeit bewahren. Zu ihren Schutz sei ein Engel um sie. Valerianus verlangte den Engel zu sehen. Nur unter dieser Bedingung würde er die Reinheit Cäcilias bewahren. Cäcilia sagte ihrem Gatten, er könne den Engel sehen. Er müsse sich nur zum Christentum bekehren. Nach einigen Wundern bekehrte sich auch Valerianus und bekam den Engel zu sehen. Auch dessen Bruder Tiberius wurde bekehrt. Beide starben als Märtyrer im Zirkus Maximus.

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Schmal und hoch: St. Nikolai in Wismar

Mittwoch, den 9. Mai 2007

St. Nikolai in Wismar, Gewölbe im Mittelschiff

Vieles ist Schein, wenig ist Wirklichkeit. Was schon die Altvorderen zur Genüge erkannt haben, ist nicht zuletzt eine Folge unseres Sehsinns. Allzu leicht lässt sich unser Auge ein klein wenig an der Nase herumführen. So erscheint ein Gebilde aus vertikalen Linien höher als eines aus horizontalen Linien. Dieses Prinzip hat sich auch die Gotik zu Nutze gemacht und immer wieder die aufstrebenden Proportionen gesucht. In der Nicolaikirche in Wismar ist es den Baumeistern sogar gelungen, eine Kirche höher erscheinen zu lassen, als sie ist, nämlich sogar höher als höhere Kirche.

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Vor dem Auszug aus Ägypten: Das Pascha

Dienstag, den 8. Mai 2007

469px-the_jews_passover.jpgAuf neun schlimme Plagen reagierte der Pharao mit Ver- weigerung. Er wollte das Volk Israels einfach nicht ziehen lassen. Da kündigte Mose die zehnte und schlimmste Plage an: alle Erst- geborenen in Ägypten müssten sterben.

Damit der Tod jedoch die Söhne der Israeliten verschone, wurde den Familienvätern ein Ritus vorgeschrieben. Sie sollten ein einjähriges Lamm schlachten und es mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern noch in der selben Nacht essen. Mit dem Blut des Lammes sollte der Türpfosten bestrichen werden. Diese Blut würde für den Tod das Erkennungszeichen sein.

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Es kann noch schlimmer kommen: Die ägpytischen Plagen

Dienstag, den 8. Mai 2007

Mose und Aaron verwandeln die Gewässer Ägyptens in Blut, Bartholomeus Breenbergh, 1631

Die zehn Plagen, die über die Ägypter kamen, weil der Pharao die Hebräer nicht ziehen lassen wollte, sind auch bibelferneren Zeitgenossen nicht unbekannt. Einige der Plagen, wie zum Beispiel die Heuschrecken-Schwärme, gehören sogar zum engeren Kanon des Allgemeinwissens. Der Begriff Landplagen ist sprichwörtlich geworden.

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‏יהוה‎: Der brennende Dornbusch

Montag, den 7. Mai 2007

Die Jugend Mose, Sandro Botticelli, 1481 bis 1482, Fresko in der Sixtinischen Kapelle in Rom

Mose bleibt viele Jahre bei den Medianitern und seinem Schwiegervater Jitro. Dort weidet er Schafe und Ziegen. Während die Herde im Land herumstreift, kommt Mose mit dem Vieh auch zum Berg Horeb. Dort sieht Mose plötzlich einen brennenden Dornbusch. Da das Gestrüpp brennt, aber nicht verbrennt, beschließt Mose sich die Sache aus der Nähe anzusehen. Aus dem Dornbusch fordert Mose eine Stimme oder ein Engel auf, seine Schuhe auszuziehen. Der Ort, auf dem er stünde, sei heilig. Mose hat Angst.

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Riesig: Kathedrale Maria de la Sede in Sevilla

Montag, den 7. Mai 2007

Kathedrale von Sevilla, Innenansicht mit Gewölbe (Foto: Hans Peter Schaefer)Ein Bau der Superlative. Sie gilt als viertgrößtes christliches Gotteshaus überhaupt. Auf die Plätze verweist die Kathedrale von Sevilla als größte Kirche im gotischen Stilalle anderen Kirchen der selben Stilepoche. Gebaut wurde die Kathedrale zwischen 1401 und 1519.

Sevilla, das römische Hispalis, wurde 712 von den Arabern erobert, nachdem schon zwei Konzile in der Stadt abgehalten wurden. Die Araber nannten die Provinz Išbīliya ( إشبيلية ), woraus sich auch der Name Sevilla ableitet.
1248 eroberte Ferdinand III. von Kastilien die Stadt im Rahmen der Reconquista von den Arabern zurück. Da daraufhin rund 300.000 Araber die Stadt verließen, ging die Wirtschaftskraft Sevillas zu Boden. Die Reconquista sollte erst 1492 mit dem Fall Cordobas enden.

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Ein Denkmal für Heinrich den Löwen: Braunschweiger Dom

Sonntag, den 6. Mai 2007

Braunschweiger Dom, Nordseite mit Tudorfenstern (Foto: Magnus Manske)

Trotz Ernst August von Hannover dürfte doch Heinrich der Löwe der bekannteste Welfe sein. Der Gründer solcher bedeutenden Städte wie Lübeck, Lüneburg und München und Gegenspieler des Königsgeschlechtes der Staufer war einer der mächtigsten Reichsfürsten des 12. Jahrhunderts. Der Herzog von Sachsen, der von Friedrich I. Barbarossa auch mit Bayern belehnt worden war, gründete in Braunschweig 1173 eine Kollegiatsstift, dessen Kirche später seine Gebeine aufnehmen sollte.

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Nach der Apokalypse ein neues Paradies: das himmlische Jerusalem

Sonntag, den 6. Mai 2007

Das neue Jerusalem (ein Engel vermisst die Stadt), spanischer Teppich, 1047

Gemäß der Offenbarung des Johannes, der Apokalypse also, wird nach dem Jüngsten Gericht auf Erden eine neue Stadt entstehen: das neue Jerusalem oder auch das himmlische Jerusalem. Die Stadt wird nach dem siegreichen Endkampf Gut gegen Böse, oder Gott gegen den Teufel, aus dem Himmel hernieder fahren. Auch Paulus spricht in seinen Briefen an drei Stellen von der neuen Stadt.

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Bei den Midianitern: Mose und Jitros Töchter

Samstag, den 5. Mai 2007

Mose verteidigt Jitros Töchter, Il Rosso (Fiorentino), 1523Mose ist zwar ein Hebräer, lebt aber bei der Tochter des Pharao. Eines Tages geht er hinaus aufs Feld, wo die Israeliten, die der Pharao zur Zwangsarbeit verurteilt hat, schuften müssen. Da sieht Mose einen Ägypter, der einen Hebräer züchtigt. Mose fühlt sich seinem Volk immer noch verbunden. Er schaut sich kurz um, ob auch niemand ihn beobachtet und erschlägt den Ägypter. Doch die Tat wird unter den Ägyptern bekannt und Mose flieht in die Wüste.

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