Monatsarchiv für Juni 2007

Finsteres Mittelalter: Ecclesia und Synagoge

Dienstag, den 26. Juni 2007

Synagoge, um 1230, Straßburger Münster (Foto: Rama)Eigentlich bedeuten beide Begriffe etwas Ähnliches, wenn nicht sogar das Gleiche. Das Wort ekklesía als Begriff für ‚die Kirche’ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie die Herausgerufene. Die alten Griechen nannten so ihre Volks- versammlungen oder auch den Versamm- lungsplatz. Schon Paulus hat die Gemeinschaft der Christen als ekklesía bezeichnet. So hat es sich auch in andere Sprachen überliefert. Während unser Wort Kirche aus dem Mittelhochdeutschen stammt, sagen zum Beispiel die Franzosen église. Das Wort Synagoge geht gleichfalls auf ein griechisches Wort zurück: synagogé. Auch dieser Begriff steht für Versammlung oder Versammlungsort. In der christlichen Kunst werden beide – die Ecclesia und die Synagoge – als Frauen dargestellt.

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Dom St. Peter zu Worms

Dienstag, den 26. Juni 2007

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Der Dom in Worm zeigt im Grundriss eine erstaunlich schlanke Form. Ansonsten erweist sich die Kirche schon auf den ersten Blick als ein romanischer Bau. Im Osten und im Westen befindet sich je ein Chor. Zum Osten hin ist das Querschiff zu erkennen. Der ganze Bau ist im Großen und Ganzen im gebundenen System errichtet.

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Ein Engländer für die Deutschen: Bonifatius

Montag, den 25. Juni 2007

Bonifatius lässt die Donar-Eiche fällen, Bild von 1737 befindet sich in der St.Martinskirche von Westenhofen bei Schliersee

Eigentlich hieß der Mann Wynfreth. Obwohl er später der ‚Apostel der Deutschen’ geheißen werden sollte, stammte Wynfreth, wie der Name schon nahe legt, nicht aus Deutschland, sondern aus England. Wynfreth wurde um 673 in dem Weiler Credition im heutigen Wessex in eine vornehme Familie geboren. Seine Erziehung genoss der Knabe in den Benediktinerklöstern in Exeter und in Nursling, welches damals noch Nhutscelle hieß. Im Alter von 30 Jahren lehrte Wynfreth Grammatik und Dichtung und erhielt die Priesterweihe. Kurz darauf nahm der junge Priester seine Missionstätigkeit auf, wobei es ihn ins ostfränkische Reich und dessen Randgebiete zog.

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1250 Jahre Pause: Erfurter Dom

Freitag, den 22. Juni 2007

Erfurter Dom, rechts die Severikirche, zwischen beiden Kirchen das Hauptportal des Doms (Foto: Andreas Röver)Die Geschichte des Bistums Erfurt dauerte bislang nicht mal 30 Jahre. Und der Zeitraum war noch nicht mal am Stück. Bemerkens- wert ist dabei nicht nur, dass die zweite Hälfte dieser Epoche erst 1994 begann und noch andauert, sondern auch der Umstand, dass die ersten rund 15 Jahre zwischen 741 bis 742 und irgendwann in den 750iger Jahren lagen. In den 1250 Jahren zwischen beiden Zeiten war Erfurt also ohne Bischof.

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Nur gucken: Testament und Tod des Mose

Mittwoch, den 20. Juni 2007

Tod des Mose, Ausschnitt aus dem Fresko (Sistina) Testament und Tod des Mose, Luca Signorelli, 1482

Auch die Besten müssen irgendwann sterben. Mose war da keine Ausnahme. Unglücklich für Mose war, dass Gott die Israeliten, als sie mal wieder murrten, dereinst bestraft hatte. Keiner der Bestraften, außer zweien – Kaleb und Josua – sollten das Gelobte Land betreten dürfen. Also musste auch Mose sterben.

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Größer ging es nicht: der Dom von Siena

Montag, den 18. Juni 2007

Dom von Siena (Foto: Oke)

Größer, schöner, weiter. Diese Devise gilt für die Menschheit nicht erst, seit sie Kirchen baut. Doch zur Hybris gehört auch das Scheitern. Selten kann man dabei das Ende ambitionierter Pläne so schön sehen, wie in Siena. In der beliebten Touristen-Hochburg in der Toskana stehen neben dem Dom die Reste eines unvollendeten Baus aus dem 14. Jahrhundert. Die fertige Kirche hätte den bestehenden Bau um das Doppelte überboten. Die große Kathedrale wäre ein beredtes Beispiel für die damalige Macht der Adelsrepublik Siena gewesen. Doch die große Pest 1348 und vor allem der schlechte Untergrund beendeten das Unternehmen. Heute zeugen nur noch das nördliche Seitenschiff und die fragmentarische Fassade von der gescheiterten Größe.

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Ein Wahrzeichen der Stadt: Stephansdom in Wien

Samstag, den 16. Juni 2007

Stefansdom von Norden mit Nordturm (rechts) und im Hintergrund dem Südturm (Foto: David Monniaux)Als 1683 vor Wien die Türken als Besiegte umkehren mussten, ließen sie insgesamt 300 Kanonen zurück. Aus 160 dieser Kanonen wurde 1711 eine über 20 Tonnen schwere Glocke gegossen, deren Klöppel allein schon 813 Kilogramm schwer ist. Das bronzene Schwer- gewicht ist die fünftgrößte Glocke der Welt, hängt in einem der beiden Türme des Stephansdoms in Wien und wird liebevoll Pummerin genannt. Der Name wird auf ihren sehr tiefen Läutton zurückgeführt. Touristen würden die berühmte Glocke vermutlich eher im bekannteren Südturm der Kirche vermuten, doch die Pummerin schwingt im weit niedrigeren Nordturm.

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St. Gereon in Köln

Freitag, den 15. Juni 2007

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Es gibt klassische und weniger klassische Kirchen-Grundrisse. Der von St. Gereon in Köln fügt sich in keine Kategorie. Es fehlt dem Betrachter sogar schwer, nur das Alter der Kirche anhand des Grundrisses zu schätzen. Der ovale Zentralteil lässt eine barocke Anlage vermuten, auch wenn alle anderen Teile irgendwie nicht recht dazu zu passen scheinen.

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40 Jahre Wüste zur Strafe: Aussendung der Kundschafter nach Kanaan

Dienstag, den 12. Juni 2007

Die Rückkehr der Botschafter aus Kanaan, Giovanni Lanfranco, 1621-24

Nach seinem lange Zug durch die Wüste gelangt das Volk Israels an die Grenze Kanaans. Daraufhin schickt Mose zwölf führende Männer aus, von jedem Stamm einen. Unter ihnen sind auch Josua und Kaleb. Die Männer sollen das Land, welches vor ihnen liegt, auskundschaften. Zudem sollen sie Früchte aus dem gelobten Land mitbringen.

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Über einem römischen Tempel: St. Maria im Kapitol in Köln

Montag, den 11. Juni 2007

St. Maria im Kapitol in Köln, Drei-Konchen-Anlage (Foto: Hans Peter Schaefer)

Im modernen Musikwesen können ältere Songs gecovert, also im selben oder anderen Gewande komplett neu eingespielt. Beim Sampeln beschränkt sich der Komponist darauf, in seinen neuen Song zumeist besonders eingängige Versatzstücke aus einem anderen, älteren und berühmteren Musikstück zu übernehmen. Wozu das dient, ist offensichtlich. Der Tonsetzer erhofft sich, dass von dem Song, der ihm als Steinbruch diente, ein wenig Ruhm auf das eigene Schaffen abfällt.

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