Gekreuzte Kerzen gegen Halsweh: Blasius
3. Juni 2007
Während der ersten Jahrhunderte nach Christus hat es mehrer größere Christenverfolgungen gegeben. Auch unter den römischen Kaisern Diokletion und Licinius wurden Christen verfolgt. Zu der Zeit, also der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts, lebte – so die Legenden – auch ein Arzt namens Blasius in Sebaste, dem heutigen Sivas in der Türkei. Über Blasius ist nur wenige Sicheres überliefert. In der Legenda aurea wurden viele Geschichten um den Heiligen gesammelt und bestimmten später die Darstellung des frühen Märtyrers. Blasius soll 316 unter Licinius das Martyrium erlitten haben.
Zuvor soll Blasius, der auch Bischof von Sebaste war, vor den Christenverfolgungen in eine Höhle geflüchtet sein. Dort bewachten und ernährten ihn wilde Tiere. Aus seinem Versteck heraus soll Blasius auch sein Bischofsamt weiter ausgeübt haben. Eines Tages war eine Frau zu ihm gekommen und hatte geklagt, dass ein Wolf ihr Schwein geraubt hätte. Blasius’ Gebet brachte den Wolf dazu, das Schwein zurück zugeben. Die Frau schlachtete das Schwein und gab es Blasius. Er forderte die Frau auf, zum Gedenken an das Ereignis jedes Jahr eine Kerze anzuzünden.
Schließlich wurde Blasius doch gefangen genommen und eingekerkert. Im Gefängnis soll er einem Jüngling (in anderen Legenden war es ein Kind zu einer anderen Zeit), der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, gerettet haben. Der Statthalter verlangte von seinem Gefangenen, er solle den heidnischen Göttern opfern. Als Blasius sich weigerte, wurde ihm mit eisernen Kämmen die Haut zerfetzt. Daraufhin wurde der Heilige enthauptet. Noch kurz vor seiner Hinrichtung soll Blasius gesagt haben, dass alle, die ein Halsleiden hätten und in seinem Namen um Gesundung bäten, geheilt werden würden. So wurde Blasius Helfer bei Halskrankheiten.
In der Kunst wird Blasius immer im Ornat eines Bischofs gezeigt; die Attribute wechseln. Am häufigsten sind die Eisenkämme, aber auch eine oder zwei Kerzen. Die Kerzen gehen auf den sogenannten Blasiussegen zurück, bei dem zwei Kerzen gekreuzt vor der Brust gehalten werden und um Schutz vor (Hals-)Krankheiten gebeten wird. Hin und wieder findet sich das Schwein oder der junge Mann, den Blasius vor dem Ersticken bewahrte.
Reliquien des Heiligen befinden sich in St. Blasien im Südschwarzwald, in Braunschweig, in Dubrovnik und in Paris. Der Blasiustag galt den Bauern als Tag, an der Winter endete. Blasius ist einer der Vierzehn Nothelfer. (Englisch und Französisch: Blaise; Italienisch: Biagio; Spanisch: Blas)
Tag: 3. Februar
Patron von Dubrovnik, dem früheren Ragusa; der Ärzte, Musikanten, Wollhändler, Schneider, Schuh- und Hutmacher, Weber, Gerber, Bäcker, Müller, Maurer und Gipser, der Haustiere und Pferde; für eine gute Beichte; gegen Halsleiden, Husten, Blasenkrankheiten, Blutungen, Geschwüre, Koliken, Zahnschmerzen, Pest, Kinderkrankheiten und wilde Tiere
Bildnachweis: 1 - 2
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