St. Gereon in Köln

15. Juni 2007

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Es gibt klassische und weniger klassische Kirchen-Grundrisse. Der von St. Gereon in Köln fügt sich in keine Kategorie. Es fehlt dem Betrachter sogar schwer, nur das Alter der Kirche anhand des Grundrisses zu schätzen. Der ovale Zentralteil lässt eine barocke Anlage vermuten, auch wenn alle anderen Teile irgendwie nicht recht dazu zu passen scheinen.

St. Gereon gehört in der Tat zu den zwölf romanischen Kirchen Kölns. Der ovale Zentralbereich jedoch ist noch viel älter. In seinem Kern - und dazu gehören die acht halbrunden Nischen und die ovale Grundform - stammt dieser Bereich aus dem 3. Jahrhundert und gehört zum römischen Erbe Kölns. Die Reste des antiken Baus können bis in rund 14 Meter Höhe im aktuellen Bau nachverfolgt werden. Die Bauherren der Romanik haben ihren Bau quasi wie eine Hülle um den antiken Bau herumgelegt. Das Oval verfügte schon in der Antike über eine Kuppel, die damals zu den größten der bekannten Welt gehörte.

Die im Grundriss angedeutete Kuppel über dem Oval wurde 1227 abgeschlossen. Das Gewölbe ist gut 34 Meter hoch. Die Fensterreihe im Bau darunter zeigt der Zeit entsprechend die Formen der französischen Frühgotik.

St. Gereon in Köln, Blick in die Kuppel des Dekagons (Foto: Hans Peter Schaefer)

Der lange Chor (Lang-Chor) im Osten der Anlage ist ein sogenannter Etagenchor, stammt aus dem 11. Jahrhundet und liegt im Niveau mehrere Meter über dem Oval, welches dank des Verlaufs der Außenmauer auch als Dekagon, also als Zehn-Eck, bezeichnet werden kann. An den Langchor schließt der Hochchor an, der aus staufischer Zeit stammt und - wie die beiden Flankentürme im Süden und im Norden und der Aufbau auf das Dekagon - in den 20iger Jahren des 13. Jahrhunderts errichtet wurde.

Westlich des Ovals / Dekagons befindet sich noch eine zweijochige, romanische Vorhalle, südlich des Okogons die Taufkapelle und südlich des Langchores die Sakristei. Die beiden letzten Bauteile stamme aus dem 13. Jahrhundert.

Bildnachweis: 1

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